Jazzfestival Saalfelden 2026: Zeitreisen mit Nebenwirkungen in Saalfelden
Von Ljubiša Tošić (Standart). Das Jazzfestival Saalfelden präsentierte sich am Sonntag wieder als Hort freier Improvisationskunst, was trotz Qualität dann doch etwas gar einseitig wirkte.
Bisweilen ist schon die Besetzung eine Garantie fürs Ungewöhnliche: Es beginnt im Saalfeldener Congress zwar mit einem hallig-abstrakten Posaunenmonolog. Dann aber grätschen gleich drei Gitarren und ein Schlagzeug dazwischen, um dem Ganzen etwas Eigenbrötlerisches zu verleihen.
Posaunist Jacob Garchik will am Finaltag in Saalfelden eigenwillig auf eine Reise durch „Time and Space“ mitnehmen. Sein musikalischer „Time Elevator“ führt dann tatsächlich in historische Regionen vor allem des Jazzrock. Ungewöhnlich ist immerhin aber die exzentrische Kontrapunktik, entwickelt aus gitarristischer Dreifaltigkeit. Mary Halvorson, Brandon Seabrook und Jonathan Goldberger scheinen ein Sicherheitsnetz aus Tönen um die groovenden musealen Blöcke zu spannen.
© Standart, Alle Texte: Ljubiša Tošić , 24. August 2026