Free Jazz Collective Musikipp: Satoko Fujii + Myra Melford – Katarahi / RogueArt
Von Paul Acquaro. Diese Rezension sollte nicht mit einer wissenschaftlichen Studie verwechselt werden, egal wie überzeugend sie auch klingen mag – schließlich fehlen ihr alle notwendigen Qualitätskriterien für eine wissenschaftliche Arbeit.
Sie ist nicht wirklich objektiv, ihre Zuverlässigkeit ist fragwürdig, und nur ich kann für ihre Gültigkeit bürgen, aber meine Ergebnisse deuten darauf hin, dass das wiederholte Anhören von Katarahi, der Duo-Aufnahme von Satoko Fuji und Myra Melford, einen zu einem besseren Menschen macht. Die Ergebnisse sind meiner Meinung nach sehr überzeugend, ich würde sogar sagen, sie sind im Grunde unanfechtbar. Beim Hören werden die Gedanken klarer, das Einfühlungsvermögen wächst und die Kreativität steigt sprunghaft an. Zweifellos ein Wunder.
Myra Melford und Satoko Fujii kennen sich bereits seit den 1990er Jahren, als Fujii bei Paul Bley studierte. In den folgenden Jahren haben sich die beiden Pianistinnen oft getroffen und zusammen gespielt, obwohl sie nur eine gemeinsame Aufnahme veröffentlicht haben: Under the Water (Libra) aus dem Jahr 2007 – was für zwei so äußerst produktive Musikerinnen ungewöhnlich erscheinen mag. Glücklicherweise wurde bei einem Auftritt 2024 beim Leibniz-Jazzfestival in Österreich eine dynamische Darbietung der beiden festgehalten, in der Komposition und Improvisation in einem nahtlosen, lebendigen Dialog miteinander verwoben waren.
Die hier durchgeführte Untersuchung zu Katarahi umfasste sowohl sehr intensives, aufmerksames Zuhören als auch sehr abgelenkte Hörmethoden. Ohne auf irgendetwas außer der Lautstärke zu achten, habe ich sowohl beim Zwiebelschneiden als auch beim Korrigieren von Arbeiten zugehört. Bei der einen Tätigkeit musste ich weinen, bei der anderen fühlte ich mich unglaublich produktiv. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Veröffentlichung überall und bei jeder Tätigkeit perfekt zum Anhören geeignet ist – ganz gleich, was man gerade tut, man wird es besser machen. Katarahi ist einfach ein fantastisches Album.
© Free Jazz Collective, 1.7.2026