Radiotipps für den 23.10.2026

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.

00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst

„Elephant in the Room“ Von Eldar Tagi
Field Recordings: Lena Pozdnyakova

Field Recordings, Daxophon und Realisation: Eldar Tagi
Cashmere Radio 2023/2026

Wie klingt das Verhältnis zwischen Mensch und Tier? Auf einem Soundwalk durch Almaty, Kasachstan, hören wir: Zootiere, Arbeitspferde, eine Hochzeit, einen Fleischmarkt – verwoben mit Instrumentalklängen, die die Stimmen der Tiere nachahmen.
In der kasachischen Metropole Almaty findet der Klangkünstler Eldar Tagi einen Widerspruch: tiefen Respekt gegenüber allem Lebendigen und Existierenden, wie ihn ein Monument des Tengrismus, einer zentralasiatischen Religion, im Stadtzentrum bezeugt. Der Stadtzoo in unmittelbarer Nähe steht dagegen für die Vorstellungen vom Tier als Eigentum und Unterhaltung. In der Komposition „Elephant in the Room“ überlagern sich Field Recordings von diesen beiden Orten mit den Klängen des Daxophons, einem experimentellen Musikinstrument.


14:05 Uhr Ö1 In Concert

Das Schweizer Jazztalent Lea Gasser
Das Lea Gasser 5tet bei Suisse Diagonales Jazz 2024

Die 1992 geborene Zürcher Akkordeonistin und Komponistin Lea Gasser startet seit 2024 so richtig durch: Ihre Band wurde für die nationale Förderplattform Suisse Diagonales Jazz (SDJ) – ein biennales Schweizer Jazzfestival – ausgewählt, gewann den höchstdotierten Schweizer Nachwuchsjazzpreis (ZKB Jazzpreis) und tourt mittlerweile international – während Gasser als Musikerin gilt, die das Akkordeon im Jazz neu positioniert.
Basis des Erfolgs war und ist Lea Gassers 2020 gegründetes Quintett: Mirko Maio (Klavier, Fender Rhodes-E-Piano), Samuel Urscheler (Alt- und Sopransaxofon), Emilio Giovanoli (Kontrabass) und Romain Ballarini (Schlagzeug) heißen hier ihre Partner. 2022 veröffentlichte die Formation das vielbeachtete Debütalbum „L’Heure Bleue“.


19:00 Uhr HR 2 Hörbar

Aus dem „Melting Pot“ Wien: Baba Yaga & mehr Musik grenzenlos
Seit Jahrhunderten treffen in der österreichischen Hauptstadt die Kulturen, Sounds und Sprachen aus Ost, West, Nord und Süd zusammen.


19:30 Uhr Ö1 Konzert

Martha Argerich & friends: 8 Hände auf 88 Tasten
Martha Argerich, Lilya Zilberstein, Anton Gerzenberg und Daniel Arkadij Gerzenberg spielen Werke für Klavier(e)
zu vier, sechs und acht Händen von Bedrich Smetana, Carl Czerny, Sergej Rachmaninow, Ludwig van Beethoven,
Dmitri Schostakowitsch, Robert Schumann, Maurice Ravel und Edvard Grieg
(aufgenommen am 22. September im Großen Konzerthaus-Saal in Wien)


20:00 Uhr HR 2 Konzertsaal

LIVE – Das hr-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt
Verneri Pohjola, Trompete; Leitung: Susanna Mälkki

Kaija Saariaho: HUSH – Konzert für Trompete und Orchester
Gustav Mahler: 1. Sinfonie D-Dur „Der Titan“
Ein Werk an der Schnittstelle zwischen spätromantischem Großklang und atemberaubend aktuell wirkender Radikalität. Doch natürlich lässt die Musik von heute die finnische Dirigentin nicht los. So kombiniert sie Mahlers 1. Sinfonie mit einem Werk, das von letzten Dingen spricht, ganz wörtlich, von Sinn und Bedeutung des menschlichen Lebens, von Tod und Stille: dem Trompetenkonzert von Kaija Saariaho.
HUSH hat sie das Werk übertitelt – und es hat sich als Kaija Saariahos Vermächtnis erwiesen: Susanna Mälkki dirigierte 2023 die posthume Uraufführung, Solist war ihr Landsmann Verneri Pohjola. Als „wirklich stark atmosphärisch und ergreifend“ beschreibt er das Werk, in dem er gleichsam die „Stimme der Komponistin“ sei. Das Geräuschhaft-Alltägliche dringt hier in die Musik ein – wie man es auch bei Gustav Mahler so klangintensiv erleben kann.


20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert

„Debüt im Deutschlandfunk Kultur“ Philharmonie Berlin
Lili Boulanger – „D’un matin de printemps“, Fassung für Orchester
Sergej Rachmaninow – Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll, op. 18
Samuel Barber – Konzert für Violine und Orchester op. 14
Richard Strauss – „Don Juan“, Tondichtung für großes Orchester op. 20
David Khrikuli, Klavier; Geneva Lewis, Violine
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Riley Court-Wood
Aufzeichnung vom 14.10.2026


20:03 Uhr SWR Kultur Abendkonzert – LIVE

„Von Liebe und Leidenschaft“ SWR Vokalensemble
Leitung: Yuval Weinberg

Olivier Messiaen: 5 Rechants für 12 gemischte Stimmen
Bohuslav Martinů: 5 Tschechische Madrigale H 321
Kaija Saariaho: Nuits, adieux für Chor und 4 Solisten
Annelies Van Parys: Ekstase für 24-stimmigen Chor (Kompositionsauftrag des SWR, Uraufführung)
Bohuslav Martinů: Tschechische Madrigale H 278 (Auswahl)
(Liveübertragung aus dem Mozartsaal der Stuttgarter Liederhalle)


20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature

„Atelier mit Aussicht“ Ein neuer Raum für neue Bilder
Von Boussa Thiam und Thorsten Jantschek
Regie: Thorsten Jantschek Deutschlandfunk 2026

Seit 2019 begleiten wir den Maler Felix Becker: von seiner Zeit an der Berliner „Universität der Künste“ über die Coronajahre bis in die Gegenwart als freier Künstler. In diesem Jahr verändern sich die Bedingungen seiner Arbeit.


21:05 Uhr Deutschlandfunk On Stage

Daniel Szebenyi & Band (HUN) (2/2) Aufnahme vom 29.5.2026 beim Bluesfestival Eutin
Am Mikrofon: Tim Schauen


22:03 Uhr WDR 3 Jazz

Nordischer Nachhall: Jan Garbareks Klangerben. Mit Ralf Dombrowski
Jan Garbarek selbst hat lange nichts mehr veröffentlicht. Aber er hat viel bewirkt. Eine musikalische Spurensuche mit Musik von Tore Brunborg, Trygve Seim, Joakim Milder, Emile Parisien u.a.


22:05 Uhr Deutschlandfunk Spielraum

Bluestime – Neues aus Americana, Blues und Roots
Am Mikrofon: Tim Schauen


23:00 Uhr HR 2 Doppelkopf

„Ich laufe erstmal los! Mal gucken, was mir da begegnet…“ – der Kabarettist Bodo Wartke
Bodo Wartke liebt die Überraschung beim Kreativsein. Und er geht noch weiter: Experimentieren, Lösungen suchen und finden – diese Gabe hat die Menschheit in ihrer Geschichte schon öfter bewiesen, sagt er. Es gibt uns noch, trotz Weltuntergangsszenarien! Berufsoptimist Bodo Wartke ist der lebendige Beweis.


23:03 Uhr Ö1 Zeit-Ton

„Takten von Masse“ von Marcus Schmickler
Musikalische Grundlagenforschung mit Marcus Schmickler

Bereits seit Jahrzehnten beschäftigt sich Marcus Schmickler in seiner kompositorischen Arbeit mit physikalischen Phänomenen, mit Shepard Tönen, otoakustischen Emissionen und der Sonifikation wissenschaftlicher Daten. Für das ORF musikprotokoll im steirischen herbst, das heuer unter dem Motto „Supernova“ der Verbindung zwischen dem Mikro- und dem Makrokosmos nachspürte, ist in Zusammenarbeit mit Julian Rohrhuber „Takten von Masse (Studies in Timing Spectra)“ entstanden, eine prismatische Zerlegung der Zeit und eine Studie minimaler Frequenzunterschiede.
Mit „Takten von Masse (Studies in Timing Spectra)“ knüpft Marcus Schmickler an „Bonner Durchmusterung“ an, ein Stück, das 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie entstanden ist. „Der zehnte Satz übertrug dort Massenspektren von Baryonen in Klang; die Idee stammte aus Alberto de Campos Arbeit „Science by Ear“, dessen „Quantum Spectra Browser“ Energieabstände auf Frequenzen abbildet und Konstituentenquarkmodelle hörend vergleichbar macht“, so Marcus Schmickler. „Als Appendix eines kosmologischen Panoramas blieb der Satz Ausblick; siebzehn Jahre später wird daraus eine eigenständige Studie.“


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