Release Tipp: Barbara Ellison – Murdúchann (Siren Sea Songs) / Unsounds Records
Murdúchann, diese gesampelten Sirenengesänge von Barbara Ellison sind definitiv etwas ganz Besonderes! Ihre Wirkung ist eindrucksvoll und faszinierend. Ihre Art, diese vielen Stimmen neu zusammenzusetzen und miteinander zu kombinieren, ist schlichtweg revolutionär. Egal, wie oft ich sie schon gehört habe: Ihre Musik hat nichts von ihrer Sogkraft eingebüßt. In meinen Recherchen ist von einem Meilenstein der repetitiven Musik für Stimme und Elektronik die Rede – dem kann ich nur zustimmen. Ich kann sie nicht beschreiben, ihr müsst sie euch anhören und euch von ihr gefangen nehmen lassen.

„Murdúchann“: Wo vielschichtige Stimmverwandlungen Sirenengesänge und klangliche Phantome aus dem Inneren der Quelle heraufbeschwören.
Das Wort „Murdúchann“ stammt aus dem Mittelirischen und bezeichnet ein sirenenähnliches Wesen – eine Meeresängerin oder Meerjungfrau. Es leitet sich ab von „muir“ (Meer) und „dúchann“ (Gesang, Lied).

Die Gesangsmelodien, von denen man sagt, dass sie Seeleute in ihren Bann ziehen, waren charakteristisch für die Sirenen der klassischen Mythologie – wahrscheinlich über Homers „Odyssee“ in die irische Literatur importiert.
In den letzten zehn Jahren habe ich mit einem riesigen Pool an weiblichen Gesangsstimmen (*) als generativer „Ursuppe“ für stimmbasierte „klangliche Phantome“ gearbeitet. Diese entstehen, entfalten sich und entwickeln sich auf wunderbar unvorhersehbare und ungezähmte Weise, wenn die Arbeit im Studio stimmt und wenn sie die Hingabe und Geduld erhalten, die sie verdienen. Meiner Erfahrung nach setzt diese komplexe und langfristige klangkompositorische Arbeit kreative Kräfte und Materialien frei, die buchstäblich beispiellos sind: überraschend, ungeplant, vielgestaltig, vielfältig und – was am wichtigsten ist – mit eigener Wirkmacht. — Barbara Ellison.