Am 28. Juni 1965 wurde das Rudy-Van-Gelder-Studio in Englewood Cliffs, New Jersey, von einer klanglichen Energie sondergleichen erfüllt. Allein schon…
Von Karl Lippegaus (DLF). Nach jahrelangem Schattendasein avancierte John Coltrane zu einem der größten Tonkünstler des 20. Jahrhunderts.
Gerade mal zehn Jahre lang wirkte John Coltrane in der Jazzszene, bevor er 1967 mit nur 40 Jahren überraschend starb. Ab Mitte der 1950er-Jahre war er zum einflussreichsten Saxofonisten für seine und die nachfolgenden Generationen geworden. In der von Gewalt und Rassenhass aufgewühlten US-Gesellschaft sandte John Coltrane eine Botschaft des Friedens und der Toleranz durch seine Musik aus. Sein Vermächtnis „A Love Supreme“ wurde ein Kultalbum. Als Mensch sanftmütig, tiefgläubig und introvertiert, entlud sich Coltranes Kreativität in immer längeren ekstatischen Sololäufen, die mit allen Konventionen brachen. Sein klassisches Quartett schuf einen Kanon, der noch heute unzähligen Musikschaffenden ihren Weg zur Selbstverwirklichung aufzeigt.
© Deutschlandfunk, Milestones, 18.9.2026
