Odilo Clausnitzer (SWR Kultur). Ein Porträt der Schweizerin, die im aktuellen Jazz eine originelle Außenseiterin ist. Erst nach einem Biologiestudium…
Von Jacek Brun. Es gibt Alben, deren Länge man bemerkt. Und es gibt solche, bei denen irgendwann nicht mehr wichtig ist, wann sie begonnen haben und wann sie enden. Trio Solo von Gisela Horat gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Die Schweizer Pianistin und Komponistin beschreibt ihre Musik als eine sehr persönliche Form der Auseinandersetzung mit dem Leben – mit Freude, Widerständen, Erinnerungen und Gefühlen. Gleichzeitig soll sie Schönheit enthalten und Raum für Ruhe, Innenschau und Reflexion schaffen. Genau diese Haltung prägt das gesamte Album.
Horat verbindet Stücke für Klaviertrio mit solistischen Passagen und schafft daraus eine ungewöhnlich geschlossene Erzählung. Simon Iten am Kontrabass und Samuel Büttiker am Schlagzeug sind dabei weit mehr als Begleiter. Sie reagieren, öffnen Räume, verdichten einzelne Momente und tragen entscheidend dazu bei, dass die Musik ständig in Bewegung bleibt, ohne ihre innere Ruhe zu verlieren.
Trio Solo entzieht sich einer eindeutigen stilistischen Einordnung. Jazz, Improvisation, kompositorische Strukturen und freie Klanggestaltung existieren nebeneinander, ohne dass eines davon die Musik vollständig beschreibt. Man kann versuchen, diese Musik zu erklären.
Viel sinnvoller ist es, ihr zuzuhören – und sich darin für eine Weile zu verlieren.
© Jazz-Fun.de, 28.9.2026, Alle Texte: Jacek Brun



