Das Trondheim Jazz Orchestra ist eine der wichtigsten Bigbands Norwegens, die dank Projekten mit Legenden wie Chick Corea, Pat Metheny…
Hic sunt leones – hier kommen die Löwen! Hat hier jemand am Geschwindigkeitsregler gedreht? So ein energiegeladenes und mitreißendes Zusammenspiel eines klassischen Klaviertrios habe ich lange nicht mehr erlebt.
Die Tempi sind oft vollkommen verrückt, und doch entgleitet ihnen nichts, es ist nie Selbstzweck, sondern Ausdruck ihres Könnens und ihres blinden, ja fast telepathischen Verständnisses untereinander. Diese drei beherrschen ihre Instrumente wahrlich meisterhaft. Und dann sind da noch diese vertrackten Rhythmen und Melodien – das ist wirklich verblüffend. Leute, dieses Trio ist eine Ausnahme und weit, weit weg vom „üblichen“ Klaviertrio-Geklimper. Es gehört zu den besten des Jahres.

„Hic Sunt Leones“ ist das neue Album des Håvard Wiik Trios, auf dem der Pianist Håvard Wiik sein Können gemeinsam mit der erstklassigen Rhythmusgruppe aus Ole Morten Vågan am Kontrabass und Håkon Mjåset Johansen am Schlagzeug unter Beweis stellt.
Das Album markiert ein neues Kapitel für ein Trio, das sein Repertoire und seine musikalische Sprache durch jahrelanges Zusammenspiel weiterentwickelt hat. Auf dem gesamten Album nutzen Wiik, Vågan und Mjåset Johansen komponiertes Material als Ausgangspunkt für ein offenes und sich ständig weiterentwickelndes Zusammenspiel. Die erste Single, „Pentimento“, bietet einen klaren Einstieg in das Album. Wie Bill Meyers schreibt: „Das Trio lässt einen Strudel erahnen, um sich dann zurückzuziehen und zum Ausgangsmaterial zurückzukehren. In etwas mehr als vier Minuten haben sie einem still und leise den Boden unter den Füßen weggezogen und ihn dann wieder zurückgelegt.“ Der Titel „Hic Sunt Leones“ – „Hier sind Löwen“ – bezieht sich auf die Markierungen, die auf alten Landkarten verwendet wurden, um unerforschtes oder unbekanntes Gebiet zu kennzeichnen. Das Album nimmt diese Idee als Ausgangspunkt: ein Trio, das mit etablierten Formen arbeitet und gleichzeitig Raum lässt, damit sich die Musik in weniger vertrautes Terrain bewegen kann. © Text: Liner Notes



