Von F. Dupuis-Panther. Ungestüm und ein bisschen wie ein klanglicher Wirbelwind wird das Stück „Transitory“ eröffnet. Harte Beats vernehmen wir…
Von TAZMaxi Broecking. Die Bassklarinettistin Shabnam Parvaresh verbindet Freejazz mit klassischer persischer Musik. Ihre Stimme nutzt die Künstlerin auch, um über die Zustände im Iran zu sprechen.
Zuerst ist nur Atem zu hören. Und das sanfte Patsche-Geräusch, das die Klappen einer Bassklarinette machen, wenn jemand den gesamten Korpus des Blasinstruments mit den Händen und dem Mund bearbeitet. Einzelne Klangschichten legen sich darüber, als rhythmische Verschiebungen und elektronisch verfremdete Drones. Atonal und verdichtet. Es ist die Musik vom Sheen Trio, das geleitet wird von der iranisch-deutschen Klarinettistin Shabnam Parvaresh.
In ihrem unnachahmlichen Sound tauchen persische Maqam-Vierteltonskalen auf, Versatzstücke von Freejazz und freier Improvisation. Sheen ist der 16. Buchstabe des persischen Alphabets und entspricht in Farsi dem Laut „Sh“, dem Anfangsbuchstaben ihres Namens. Für die in Iran aufgewachsene und seit 2014 in Deutschland lebende 43-jährige Künstlerin ist die improvisatorische Freiheit des Jazz keine Selbstverständlichkeit.
© TAZ, Kultur, Musik, 29.10.2026



