Oder, wie sich mit Spotify in der Anonymität mit KI viel Geld verdienen lässt, den kaum einer kennt Schwedens meistgestreamten…
Von Detlef Diederichsen (TAZ). Die Musikindustrie feiert das Urteil gegen US-Produzenten Michael Smith. Dieser hatte KI-Musik auf Spotify veröffentlicht und mit Bots in die Charts gedrückt.
Rund 100.000 neue Songs werden täglich auf Spotify hochgeladen. Wollte man also nur die Neuerscheinungen des heutigen Tages alle hören – vielleicht ist ja eine Perle dabei! – hätte man bei einer durchschnittlichen Songlänge von drei Minuten 208 Tage zu tun, vorausgesetzt man verzichtet auf Schlaf. Während dieser Zeit würden allerdings 20.800.000 neue Titel bei dem Streamingdienstleister eingestellt …
Dem schwedischen Unternehmen geht’s jedenfalls gut. Derzeit hat es rund 780 Millionen aktive Nutzer weltweit, wovon etwa 300 Millionen ein kostenpflichtiges Premiumabo haben. Mit gerade mal 7.300 Angestellten erwirtschaftet die in Luxemburg ansässige Firma einen Jahresumsatz von 17.186.000.000 Euro. Bekanntermaßen ziehen solche Geldhaufen zwielichtiges Gesindel magisch an. So kam etwa der Produzent und frühere Juror der HipHop-Talentshow „One Shot“, Michael Smith, vor einiger Zeit auf eine so simple wie erfolgversprechende Geschäftsidee: Er produzierte mit Hilfe von KI einen Batzen Songs, stellte sie bei Spotify (und anderen Streamingdiensten) ein, schloss eine größere Menge „Family plan“-Aboverträge ab und programmierte dann eine Armee von Bots so, dass sie 24/7 seine Stücke abriefen.
© TAZ, Kultur, Musik, 24.10.2026


