Von Leonie Reineke. Lange stand die französische Komponistin und Elektronikpionierin Éliane Radigue im Schatten ihrer männlichen Kollegen und wird nun…
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Radikale Gelassenheit“ Die Komponistin und Elektronikpionierin Éliane Radigue
Von Leonie Reineke Deutschlandfunk Kultur 2022
Lange stand die französische Komponistin und Elektronikpionierin Éliane Radigue im Schatten ihrer männlichen Kollegen und wird nun allmählich wiederentdeckt.
1932 geboren, verbrachte Éliane Radigue die meiste Zeit ihrer Laufbahn mit einem einzigen Instrument – dem analogen Modularsynthesizer ARP-2500. Hiermit entwickelte sie eine Musiksprache, die sich in subtilen Veränderungen vollzieht, in kaum wahrnehmbaren Übergängen von einer Klangwelt zur anderen. Nach der Jahrtausendwende gab Radigue das Komponieren mit dem Synthesizer auf und begann, für akustische Instrumente zu schreiben. Seit 2011 arbeitete sie an ihrem Zyklus „OCCAM“ für Solo-Instrumente und kammermusikalische Besetzungen. In gewisser Hinsicht sprechen diese Stücke noch immer die Sprache der elektronischen Musik. Am 24. Januar 2022 feierte Éliane Radigue ihren 90. Geburtstag. Das Berliner Festival „MaerzMusik“ widmete der Komponistin einen Schwerpunkt und brachte sowohl ihre elektronischen Stücke als auch ihre Instrumentalmusik auf die Bühne. Am 22. Februar 2026 ist die Komponistin in Paris gestorben.
01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Rock
Moderation: Christoph Reimann
Gewagte These: Die beste Musik ist traurig. Am Anfang dieser Ausgabe stehen schwermütige Songs aus Shoegaze und Dreampop. Die Band Deary versinkt hinter herbstnebligem Hall, Atlas Sound ist wieder da und bricht wie gewohnt mit gängigen Songstrukturen. Und der Brite Westerman ist sowieso ein Melancholiker. Aber – noch eine These – auf Schatten folgt Licht.
17:30 Uhr Ö1 Spielräume
Neue Jazz-Stimmen aus den USA
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber. Die Sängerinnen Gabrielle Cavassa und Ekep Nkwelle lassen aufhorchen
„Diavola“ heißt das bei Blue Note Records veröffentlichte Album, mit dem sich die in New Orleans lebende kalifornische Sängerin Gabrielle Cavassa 2026 der internationalen Jazzwelt vorgestellt hat. Die 32-Jährige mit der schlanken, klaren, nuancenreichen Stimme, die 2021 den Sarah Vaughan International Jazz Vocal Competition in Newark, New Jersey, gewonnen hat und in der Folge u. a. von Saxofonist Joshua Redman gefördert wurde (der auch in zwei Stücken zu hören ist), wagt sich hier an ein breites Repertoire zwischen Pop-Songs, Brasiliana und Eigenkompositionen, die das Thema weiblicher Selbstbestimmtheit umkreisen. Begleitet wird Gabrielle Cavassa dabei von hochkarätigen Könnern wie Bassist Larry Grenadier und Drummer Brian Blade.
Die Stimme der 27-jährigen, in Washington D.C. geborenen Sängerin Ekep Nkwelle (die Eltern stammen aus Kamerun) kennt man bisher durch Gastauftritte, etwa im Rahmen von Vibrafonist Joel Ross‘ Blue-Note-Album „Gospel Music“. Nun ist bei Mack Avenue Records ihr Debütalbum „Caged Bird“ erschienen, das nicht nur im Titel von Maya Angelous Gedicht „I Know Why the Caged Bird Sings“ inspiriert wurde, und das in seinen Texten existenzielle Herausforderungen, Resilienz und das Streben nach einer besseren Zukunft behandelt. Die Song-Auswahl ist ebenfalls eine vielfältige: Neben einer jazzigen Interpretation des Gospel-Klassikers „His Eye Is On The Sparrow“ finden sich Reverenzen an Blues-Ikone Ma Rainey („See See Rider“) und Billie Holiday („Good Morning, Heartache“) wie auch eine Version von „The Creator Has a Master Plan“ von Pharoah Sanders und Leon Thomas.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
Himmlisch-verträumte Duo-Kunst mit „Cloud Chamber“ & mehr Musik grenzenlos
Hinter dem Namen „Cloud Chamber“ verbergen sich die Cellistin Caroline Dale und der Komponist, Dirigent und Pianist Gavin Greenaway. Obwohl die beiden schon seit langem immer wieder zusammenarbeiten, ist „Skylines“ ihr Debütalbum als Duo.
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature
„Goldsuche in Finnland“ Ein Schatz für die Energiewende? Von Max Rauner
Gold ist technologisch ziemlich nutzlos. Doch ausgerechnet das Edelmetall könnte eine Schlüsselrolle für Europas Energiewende spielen: Es macht die Erschließung begehrter Rohstoffe für Windräder und Autobatterien erst rentabel. Nur wie verträgt sich neuer Bergbau mit Umweltschutz?
20:03 Uhr SWR Kultur / HR 2 Lost in Music
Möglichkeitssinn – Musikalische und poetische Ermutigungen. Von Noemi Schneider
„Wenn es aber Wirklichkeitssinn gibt, und niemand wird bezweifeln, dass er seine Daseinsberechtigung hat, dann muss es auch etwas geben, das man Möglichkeitssinn nennen kann“, schrieb der österreichische Schriftsteller Robert Musil in seinem 1930 erschienenen Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“. Dieser Möglichkeitssinn beinhalte, so Musil, „alles, was ebensogut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist.“ Lost in Music widmet sich in dieser Ausgabe musikalischen und poetischen Aufbrüchen ins Offene.
21:00 Uhr SWR Kultur / HR 2 JetztMusik
Privater Luxus oder Untergrund? Auf der Suche nach zeitgenössischer Musik in Rom. Von Martina Brandorff
„Meinen Sie akademische Musik oder ‚Underground‘?“ Diese Frage stellten mir fast alle meine Interviewpartner*innen, als ich sie bat, mir die zeitgenössische Musikszene in der Hauptstadt Italiens zu beschreiben. Zwischen Konservatoriumszelle, privater Jam Session und Kaffeeschnack begab ich mich auf die Suche nach Orten und Akteuren. „Gibt es überhaupt neue Musik in Rom?“ Diese Frage war mir eine ständige Begleiterin. Die Sendung ist Spiegelbild und Echo einer hartnäckigen Suche in der Metropole.
21:05 Uhr Deutschlandfunk JazzFacts
Neues von der improvisierten Musik
Neue Alben, Bücher und Filme aus dem Bereich des Jazz. Dazu Infos über aktuelle Entwicklungen in der Szene.
Am Mikrofon: Anja Buchmann
22:00 Uhr radio3 / NDRKultur Jazz
Nord-Ost Magazin
Das Jazzmagazin von NDR Kultur und radio3 greift aktuelle Themen auf und hat wie immer: Konzerttipps für den Norden und den Berliner Raum sowie CD-Empfehlungen.
Am Mikrofon: Ralf Dorschel
22:03 Uhr SWR Kultur / HR 2 Blues’n’Roots
Blues’n’Roots. Von Dagmar Fulle
Son Of A Sinner – neu von Jovin Webb | Johnny Rawls & Dave Keller – Tribute To Soul | Musikalische Erinnerungen an Ike Turner und Peter Green
22:03 Uhr WDR 3 Jazz
Live aus Leverkusen: Shuteen Erdenebaatar bei den Jazztagen 2026. Mit Sebastian Wellendorf
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Freispiel
„Im Office“ Von Elisabeth Pape
Regie: Die Autorin
Besetzung: Jutta Kommnick
Komposition: Chris Schalko
Ton und Technik: Andreas Stoffels und Frank Klein
Regieassistenz: Assunta Alegiani
Dramaturgie: Johann Mittmann und Julia Gabel Deutschlandfunk 2026
Die neue Stelle für eine Person mit Armutshintergrund soll die Welt und das Office zu einem besseren Ort machen. Ein guter Plan, da sind sich alle einig. Doch als die neue Kollegin tatsächlich vor der Tür steht, sind sie verunsichert.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Historische Aufnahmen
„Heroinen mit unverwechselbarem Timbre“ Joan Sutherland (1926-2010) und Gwyneth Jones (*1936)
Am Mikrofon: Kirsten Liese
Hier Belcanto, dort dramatische Kraft: Die beiden Jubilarinnen zogen das Opernpublikum auf je eigene Art in ihren Bann.
Als kräftige junge Frau entsprach „La Stupenda“, wie ihre Bewunderer Joan Sutherland nannten, nicht den Idealen einer Primadonna. Gleichwohl war sie eine der ersten Australierinnen, die sich in der Opernwelt einen Namen machten. Mit der Leichtigkeit ihres Gesangs verzauberte die Koloratursopranistin in Opern von Donizetti, Verdi und Händel (mit Partien wie Lucia di Lammermoor, Alcina oder Amelia). In dem Dirigenten und Pianisten Richard Bonynge fand die Sängerin, die am 7. November 100 Jahre alt geworden wäre, ihren Ehemann und Mentor, der sie davon überzeugte, ihre makellose Technik in den Dienst des Belcantos zu stellen. Gwyneth Jones, zum 90. Geburtstag die zweite Jubilarin dieser Sendung, setzte in erster Linie als Wagner- und Strauss-Sängerin Maßstäbe. Unvergessen ist die Waliserin vor allem als Brünnhilde in dem Bayreuther Jahrhundertring, über den sie mit persönlichen Erinnerungen zu Wort kommt.
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
Johann Peter Hebel – Ein Dichter klingt nach (4/5)
Mit Antonie von Schönfeld
23:03 Uhr WDR 3 Open
Madonna (1/2) – vom Mädchen aus Michigan zur Queen Of Pop
Die vielleicht größte Künstlerin aller Zeiten & viel mehr als nur Musik: Madonna ist seit über 40 Jahren eine Ikone, deren Bedeutung weit über Hits wie “Like A Prayer”, “Like A Virgin” oder “Vogue” hinausgeht. Immer wieder hat sie die Grenzen der Gesellschaft getestet. Mit Provokation, kontroversen Äußerungen und ihrer offenen Darstellung von Sexualität. Als eine der ersten setzte sie Zeichen für Frauen in der Musikwelt, für Gleichberechtigung aller Menschen – und nebenbei spielte sie riesige Tourneen und nahm Musik auf, die mehrere Generationen geprägt hat. Wir verneigen uns vor der Queen Of Pop und erzählen ihre Geschichte: vom kleinen Mädchen aus Michigan zum Weltstar.


