Susan Sontag sah in der Fotografie einen „Gewaltakt“. Und auch das Mikrofon hantiert in diesem heiklen, „magischen Bereich“: Es löst…
Von Thomas Groetz (DLK). Giuseppe Chiaris intermediale Arbeit bewegt sich zwischen Musik, Sprache, Gestus und Bild.
Neben Sylvano Bussotti und Daniele Lombardi zählt Giuseppe Chiari zu den wichtigen Exponenten der Florentiner Nachkriegsavantgarde. 1962 spielte Frederic Rzewski seine Musik auf dem ersten Fluxus-Festival in Wiesbaden – eine Verbindung mit Folgen. Inspiriert vom antibürgerlichen Geist der Bewegung, entwickelte Chiari konzeptuelle Stücke und bezog Alltagsgeräusche in seine Musik ein. Parallel dazu entstanden Videoarbeiten, visuelle Poesie und gestische Malereien, die auf der Biennale in Venedig und der documenta zu sehen waren. Noch dazu veröffentlichte Chiari zahlreiche Bücher und Schriften.
© Deutschlandfunk Kultur, Neue Musik, 15.9.2026



