Dave Sumner mit seiner Auswahl aus den aktuellen Neuerscheinungen und mit Musik von u.a. Tyshawn Sorey, Mats Gustafsson & NU…
ARD Radiofestival, Jazz. Ralf Dorschel blickt auf die Brüche in den Biografien von Jazz-Größen. Auf Musik, die entstanden ist, nachdem die Künstlerinnen und Künstler die Kontrolle über ihr Leben verloren hatten durch Drogen, Entzug, Rassismus, Verfolgung und Inhaftierung.
Joe Pass stellte einmal düster fest, dass der Jazz die Musik des Unerwarteten ist. Vielleicht stimmen die Berichte, und Charlie Parker lag an diesem 29. Juli 1946 wirklich auf dem Boden des Studios. Fest steht, dass der Saxophonist bei den Aufnahmen zu „Lover Man“ kaum Herr seiner Sinne war, dass er mittendrin schließlich kollabierte: betrunken, auf Drogenentzug, fertig.
Später versuchte Parker, die Veröffentlichung dieser Bänder zu verhindern – vergeblich. Heute gilt die Aufnahme als Klassiker – obwohl oder gerade wegen der Patzer und Aussetzer, aus denen Parker erschütternde Kunst machte.
© ARD Radiofestival, Jazz. 5.9.2026
Charlie Parker – Lover Man
Billie Holiday – You’ve Changed
Charles Mingus – Duet Solo Dancers (Heart’s Beat And Shades In Physical Embraces)
Archie Shepp – Blues for Brother George Jackson
Max Roach – Triptych
Art Pepper – Walking Out Blues
Bud Powell – Satin Doll
Chet Baker – Almost Blue
