Radiotipps für den 15.10.2026

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.

00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik

Vor 60 Jahren „NDR das neue Werk“
100. Veranstaltung am 15.10.1966

György Ligeti: Auszüge aus dem Festvortrag
Roland Kayn: „Signals I“ (1964/66)
Bo Nilsson: „Entrée“ (1963)
NDR-Sinfonieorchester
Leitung: Pierre Boulez

Witold Lutoslawski: „Direct“. Mouvement Symphonique
NDR-Sinfonieorchester
Leitung: Pierre Boulez
Moderation: Stefan Fricke


01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Rock

Moderation: Carsten Rochow
„Mathrock – diese vertrackte Spielart zwischen Indie, Prog, Postrock und Jazz – erlebt gerade einen erstaunlichen Popularitätsschub. Einen gehörigen Anteil daran dürften Angine de Poitrine haben: Zwei schwer kostümierte Kanadier, mikrotonale Doppelhalsgitarre, Schlagzeug, krumme Takte und inzwischen Millionen Klicks und ausverkaufte Konzerte. Ende Oktober kommen sie nach Deutschland, und sämtliche Shows sind bereits voll.
Und irgendwie scheint gerade noch mehr Bewegung in diesem Genre zu sein. Die Mathrock-Pioniere Don Caballero aus Pittsburgh haben ihre Reunion angekündigt, mit Damon Che am Schlagzeug und Ian Williams an der Gitarre. Dazzling Killmen sind nach rund 30 Jahren ebenfalls wieder unterwegs und spielen ausgerechnet am Abend vor dieser Sendung in Berlin. Und aus Brighton ist in diesem Jahr mit Flare von Plantoid ein schwindelerregendes wie packendes Album zwischen Prog, Jazz und Mathrock gekommen.Grund genug also, in der Tonart für Indie, Alternative und Nischenrock ein bisschen tiefer in die Welt der krummen Takte und verknoteten Gitarren zu steigen.“


17:30 Uhr Ö1 Spielräume

Spontane Trialoge mit Storytelling-Charakter
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber. Neue Trioalben von Wolfgang Muthspiel und von Heinrich von Kalnein/Kenji Herbert/Jan Samson Krizanic

Acht Jahre nach dem Live-Debüt hat das Wolfgang Muthspiel Chamber Trio unlängst sein erstes Album veröffentlicht. Es heißt „Atlas“ und zeigt den in Wien lebenden steirischen Gitarristen im offenen Dialog mit Trompeter Mario Rom und dem Schweizer Pianisten Colin Vallon. Als Basis fungieren vor allem die Kompositionen des Bandleaders, wobei die drei Musiker trotz der schlagzeuglosen Besetzung mitunter hitzige Rasanz an den Tag legen. Muthspiels Chamber Trio ist gleich doppelt für den Österreichischen Jazzpreis 2026 nominiert, sowohl in der Kategorie „Best Album“ als auch in der Kategorie „Best Live Act“. Der Österreichische Jazzpreis wird heuer am 28. November im Dom im Berg in Graz vergeben.
Der Schlagzeuger Jan Samson Krizanic, ebenfalls steirischer Wahl-Wiener, hat sich im Rahmen des von ihm gegründeten Trios Polycrisis mit Gitarrist Kenji Herbert und dem bis 2025 am Jazzinstitut der Grazer Kunstuniversität lehrenden Saxofonisten Heinrich von Kalnein zusammengetan: Hier wird gänzlich dem intuitiven Austausch gefrönt, wobei man auf melodische Entwicklung und erzählerische Stringenz viel Wert legt. Freier Jazz mit Storytelling-Charakter. Am 16. Oktober wird im Wiener RadioKulturhaus das Polycrisis-Debüt-Album „Probably Possible“ präsentiert.


19:00 Uhr HR 2 LIVE – 57. Deutsches Jazzfestival Frankfurt

Darius Blair/Finn Heine Group feat. Sasha Berliner
Myra Melford’s Fire and Water Quintet
Shake Stew feat. Naïssam Jalal


19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature

„Die Kohlenstoffwende“ Alternative Rohstoffquellen für die Chemieindustrie. Von Claudia Neumeier
Die Petrochemie ist auf Erdöl und Erdgas als Rohstoff angewiesen. Damit ist sie Marktschwankungen ausgeliefert. Gibt es alternative Kohlenstoffquellen? Und wie müsste die Transformation der Branche aussehen?
Ob Medikamente, Kunststoffe, Farben oder Bestandteile von Kosmetika: In allen steckt das chemische Element Kohlenstoff. Und das stammt heutzutage aus fossilen Quellen: Erdöl und Erdgas. Damit ist die petrochemische Industrie den aktuellen Marktschwankungen ausgeliefert, wenn etwa Preise steigen und Lieferungen ausbleiben. Deshalb denkt die Branche gerade über eine grundlegende Transformation nach. Der Kohlenstoff könnte zum Beispiel auch natürlichen Quellen entnommen werden – vor allem Biomasse. Wenn genug Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, lässt sich sogar das Klimagas Kohlendioxid in Basischemikalien verwandeln. Und eine konsequente Kreislaufwirtschaft spart Ressourcen ein. Aber können diese Teillösungen wirklich eine neue Rohstoffquelle für die Chemieindustrie erschließen?


20:03 Uhr SWR Kultur / BR Klassik JetztMusik

Donaueschinger Musiktage – LIVE
Thema Musik: Musik für alle? Vermittlung im Wandel
Martina Seeber im Gespräch mit Anja Adam, Tobias Bleek und Axel Petri-Preis
(Liveübertragung aus dem Museum Art.Plus)


20:30 Uhr Deutschlandfunk Mikrokosmos

Unsterblich: Die Klonpferde (2/6) Der Ölinvestor
Von Kilian Mazurek und Jonatan Geller-Hartung
Regie: die Autoren Deutschlandfunk 2026

Alan Meeker ist Ölinvestor, Polospieler und Diabetiker. Durch einen Tipp der Frau eines ehemaligen Diktators kommt er auf die Idee, Organe zu klonen und steigt in die Biotech-Branche ein. Dann trifft er Adolfo Cambiaso.
Meeker verspricht Cambiaso, sein totes Lieblingspferd zurückzuholen. Er selbst will seine Bauchspeicheldrüse klonen, um seinen Diabetes zu heilen. Die beiden Männer haben eine gemeinsame Vision: Sie wollen Pferde-Klonen zu einem lukrativen Business machen. Doch Cambiaso weiß nicht, wer wirklich seine Pferde klont.


21:00 Uhr ByteFM Ordnung muss sein mit Conor Körber

Push Reality – Songs zum Zeitgeist
„Nie mehr sicher sein“ – von diesem Gefühl, dass einem beim Blick auf eine beliebige Nachrichtenseite befallen kann, singt die österreichische Band Endless Wellness auf ihrem neuen Album „Domino Days“. Die ebenfalls in Wien heimischen Bilderbuch, fassen wiederum in ihrem aktuellen Song „Push Reality“ die immer bizarrer werdende Selbstoptimierungskultur mit den Zeilen „Bauch, Beine und Lobotomie“ zusammen. Zwei Bands, die auf ganz eigene Art den Zeitgeist einfangen. Weitere Beispiele für Songs, die ein aktuelles Lebensgefühl oder gesellschaftlich aktuelle Themen behandeln präsentiert Conor Körber in der Sendung. Vom feministischen Hedonismus bei Ikkimel über die Übernahme der Welt durch Tech-Bros, die Kim Gordon in „Dirty Tech“ spöttisch besingt, bis zur Frage nach bezahlbarem Wohnraum, die bereits vor über 50 Jahren von Ton Steine Scherben gestellt wurde und nichts an Aktualität verloren hat.


21:05 Uhr Deutschlandfunk JazzFacts

„Wilder Klüngel“ Die experimentierfreudige junge Jazz-Szene Kölns
Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer

Expressiv, undogmatisch und anspruchsvoll – so klingt der akademische Nachwuchs der Kölner Jazzszene.
Ihre Musik ist manchmal kompliziert bis zur Verwirrung, dann wieder löst sie sich in Ekstase auf. Und manchmal groovt und swingt sie einfach nur höllisch: Die Akteurinnen und Akteure der jungen Kölner Szene können und wollen scheinbar alles auf einmal. Sie unterstützen sich gegenseitig in ihren Projekten, inspirieren sich und stacheln sich an. Gemeinsam ist ihnen ein atemberaubendes Spielniveau in unterschiedlichsten Situationen, ein Interesse an komplexen Strukturen, aber dabei ein wilder Einschlag: Musiker aus der jüngeren und jüngsten Generation Kölner Musikhochschulabsolventen. Unter ihnen die Saxofonisten Fabian Dudek und Victor Fox oder der Bassist Roger Kintopf. Nun haben sie ihre Geistesverwandtschaft mit der Gründung eines neuen Kollektivs besiegelt: KROM. Das steht für „Kollektiv für rhythmisch offene Musik“. Offizieller Einstand war bei der Cologne Jazzweek 2026. Was sind ihre gemeinsamen Ideen?


22:03 Uhr SWR Kultur Jazz

Seriöser Swing – Das Modern Jazz Quartet in Donaueschingen 1957. Von Julia Neupert
Es war ein Wagnis: Bei den Donaueschinger Musiktagen 1957 durfte improvisierte Musik quasi direkt neben Kompositionen von Strawinsky, Henze und Nono auf die Bühne. In der „Jazztime Donaueschingen“ trat damals unter anderem das Modern Jazz Quartet auf; mit John Lewis am Klavier, Milt Jackson am Vibrafon, Percy Heath am Kontrabass und Connie Kay am Schlagzeug – alle in Anzug und Krawatte. Das US-amerikanische Ensemble war gerade zum ersten Mal auf Europatournee und wurde auf dem Kontinent allerorten für seinen eleganten Cool Jazz gefeiert – inspiriert sowohl von Blues als auch von Barock.


22:03 Uhr WDR 3 Jazz

Talents! Live on stage. Live-Momente junger Musikerinnen aus NRW. Mit Anja Buchmann
Die NRW-Szene ist lebendig, vielfältig – und weiblich! In „Talents! Live on stage“ senden wir Konzerte junger Musikerinnen, die den Jazz von morgen prägen. Heute: Kateryna Kravchenko und Sofia Will.


22:03 Uhr BR Klassik – Jazztime

Meister-Bass und junge Töne
Für ihn sei die Gemeinschaft der Ausgangspunkt seiner Kunst, meint der Bassist Dave Holland, und deshalb präsentiert er zum 80. Geburtstag drei seiner Lieblingsbands mit Live-Aufnahmen: Tabea Kind und Or Bareket halten mit ihren Bass-Ideen dagegen und Samuel Blaser und Jon Hassell wiederum weiten das Jazz-Herbst-Spektrum in andere schwebende Richtungen.


22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Freispiel

„I love you because I love you“ Von Fabio Thieme
Regie: der Autor
Komposition: Yannick Pernot
Deutschlandfunk in Kooperation mit der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch 2026
Ist es echt, wenn es sich echt anfühlt? Ein Hörspiel über Menschen, Maschinen und den Klang der Nähe.
Das Stück nimmt die Zuhörenden mit in den Klangraum der neuen Art von Liebesbeziehungen, die wir mit KI eingehen. Wenn sich die ekstatischen Höhen und herzzerreißenden Tiefen genauso echt anfühlen wie vorher, stellt sich die Frage, was die Abhängigkeit von einem Partner von der Abhängigkeit von einer Software unterscheidet. Ist Liebe nicht immer Projektion? Eine hoffnungslos romantische, immersive Reise ins Jenseits der Liebe.


23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde

Der Unsichtbare Heinz Tietjen ‒ Einer der mächtigsten und unbekanntesten Theatermänner Deutschlands (4/5)
Mit Michael Struck-Schloen


23:03 Uhr BR Klassik – Horizonte

„Aus der Mitte des Lebens“ Die Komponistin Sarah Nemtsov. Von Nora Bauer
Sarah Nemtsov, 1980 in Oldenburg geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Von 1998 bis 2000 studierte sie Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hannover bei Nigel Osborne. Ab 2000 setzte sie ihr Studium bei Johannes Schöllhorn in Köln fort. Nach ihrem Diplomabschluss 2005 wurde sie Meisterschülerin bei Walter Zimmermann an der Universität der Künste Berlin. Sarah Nemtsov hat für ihre Musik die meisten Förderungen erhalten – eine lange Liste in ihrer Vita – die für junge Komponist:innen hierzulande zur Verfügung stehen. Bis zum 35. Lebensjahr. Mit Erreichung dieses Alters enden die meisten Förderangebote in Deutschland. Und was passiert jetzt?
Welche Ziele und Konzepte werden heute, in der Mitte des Lebens, für Sarah Nemtsov wichtig? Was bedeutet das für ihre Musik?


(Visited 51 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.