Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1. 15:00 Uhr HR 2 Kaisers…
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:03 Uhr Bayern 2 Radiojazznacht
Neues aus Deutschland. Mit Ssirus W. Pakzad
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst
„Monsterjagd am Lake Tegel“ Klangkunst unter Wasser
Von Nico Sauer
Mit: Nico Sauer, Gustavo Mendez, Markus Hechtle, Dr. Sandra Müller, Theresa Matzinger, Jacob Eriksen u.a.
Kompositionen: Tintin Patrone, Sarah Belle Reid, François Sarhan, Wilted Woman, Bungalow, Yannick Dauby, YoshimiO, Markus Hechtle, Rupert Enticknap, Leo Frick, Krok Monsieur, Benjamin Scheuer, Tomoko Sauvage, Audrey Chen, Florian Walter, Kirsten Reese, Frauke Aulbert, Haku Sungho, Maxi Pongratz
Ton und Technik: Nico Sauer
Deutschlandfunk 2026
Sommer am Tegeler See. Badegäste, Pommes, Ausflugsboote. Doch irgendwo unter der trüben Wasseroberfläche soll ein Monster leben. Mit dem Festival MonsterCall hat sich über Jahre ein Kult um das Wesen gebildet. Eine Journalistin nimmt die Spur auf.
Anschließend: Cruise (Ausschnitt) Von Nico Sauer
Deutschlandfunk Kultur / Cashmere Radio 2025
Plötzlich ist das Monster vom Tegeler See verschwunden. Das Festival MonsterCall fällt aus. Die Recherche der Journalistin Clara Kollmann führt durch Berliner Sommeridylle und Förderbürokratie zu der Frage: Was ist ein Monster – und wozu ist es gut? „Monsterjagd am Lake Tegel“ ist eine dokufiktionale Sound-Erzählung über ein dunkles Geheimnis am Berliner Stadtrand, über reale und erfundene Bedrohungen. Am Ende wird die Fahndung zur Mutprobe: Die Journalistin steigt selbst in die braune Suppe.
Nico Sauer, geboren 1986 in München, studierte Komposition in Karlsruhe, Genf und Dresden. Er lebt als Komponist, Performance- und Multimediakünstler in Berlin. Seit 2022 kuratiert er das Festival MonsterCall.
01:03 Uhr Ö1 Jazznacht Spezial
John Coltrane 1962 in Graz
Aus dem ORF-Archiv: Das John Coltrane Quartet im November 1962 im Stefaniensaal in Graz
Im Rahmen der Herbst-Tournee des Jahres 1962 fand das einzige Gastspiel des John Coltrane Quartet in Österreich statt: Am 27. November konzertierte die Formation im Wiener Konzerthaus, am 28. November im Stefaniensaal in Graz. Letzteres Konzert wurde vom ORF aufgenommen, die originalen Tonbänder befinden sich bis heute im Archiv des ORF-Landesstudios in Graz.
Die Musik des Konzerts ist längst auch auf diversen Bootlegs zu finden, eine legale Veröffentlichung erfolgte 2024 durch Hat Hut Records, wobei Produzent Werner X. Uehlinger die Titel in eigener, nach dramaturgischen Kriterien gewählter Reihenfolge anordnete. Aus Anlass des 100. Geburtstags von John Coltrane sei die originale Konzertaufnahme vom 28. November 1962 aus dem Archiv geholt. Coltrane (Tenor- und Sopransaxofon), McCoy Tyner (Klavier), Jimmy Garrison (Kontrabass) und Elvin Jones (Schlagzeug) waren an diesem Abend in guter Form, sie spielten Standards wie „Autumn Leaves“ und „Bye Bye Blackbird“ sowie Coltrane-Kompositionen wie „Mr. P. C.“ und „Impressions“ – und den Abschluss bildete eine epische, 24 Minuten lange Version des Hits „My Favourite Things“, mit Coltrane am Sopransaxofon.
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Der Schriftsteller Daniel Kehlmann im Gespräch mit Joachim Scholl
Er war noch unter 30, als er seinen ersten Erfolgsroman schrieb, man nannte ihn ein Wunderkind: Daniel Kehlmann. Mit dem Roman „Die Vermessung der Welt“ landete er den größten deutschen Bucherfolg seit 1945, seither eilt er von Triumph zu Triumph.
14:00 HR 2 Hörspiel
„Bei Trost“ von Naema Gabriel
Leben mit psychischen Krankheiten
Regie: Bernadette SonnenbichlerBeinahe wäre Mo mit ihrer Mutter gestorben, als sie noch in deren Bauch war. Doch ein beherzter Tritt von Baby Mo an die Bauchdecke hält Mama Elvira vom Selbstmord ab. Es ist ein dünnes Eis, auf dem sie an der Seite ihrer Mutter aufwächst, mal voll überschwänglicher Freude, mal zu Tode betrübt am Abgrund der Depression.
Mos Kindheit an der Seite ihrer manisch-depressiven Mutter ist eine emotionale Achterbahnfahrt voller Schönheit einerseits und Gefahren andererseits. Elviras Beziehung zu ihrer Tochter schwankt zwischen überbordender Liebe und völliger Vernachlässigung. Die heranwachsende Mo fängt an, sich Fragen zu stellen: Wer ist meine Mutter – ohne die Krankheit? Werde ich sie erben und selbst erkranken? Wenn ich meinen eigenen Gefühlen freien Lauf lasse, bin dann auch ich nicht ganz … bei Trost?
14:04 Uhr SWR Kultur Feature
Die Macht lag auf der Straße – Die DDR-Bürgerrechtsbewegung und ihr Blick auf die Wiedervereinigung
Von Julia Illmer und Norbert Lang (Produktion: HR 2025)
Um zu verstehen, was in der DDR 1989 eigentlich passiert war, begann die US-amerikanische Psychologin Molly Andres kurz nach der „Wende“ damit, wichtige Figuren der ostdeutschen Oppositionsbewegung zu interviewen. So fasziniert war sie von ihren Gesprächen und Gesprächspartnern, dass sie diese Gespräche über die nächsten 30 Jahre fortsetzte.
Unser Feature basiert auf den Tonbandaufnahmen dieser Interviews. Aus über 70 Stunden Material entsteht eine vielstimmige Biografie der DDR-Opposition, die auch versucht zu erklären, warum „der Osten“ noch immer anders tickt als der Rest des Landes.
15:00 Uhr radio 3 Die Hörbiografie
Dmitrij Schostakowitsch – Doppeltes Spiel: Der Lauf der Zeit (1970-1975)
Eine Hörbiografie von Jörg Handstein (10/10)
Er ließ sich nicht gern die Karten schauen. Und er hatte Grund dafür. Über sein eigenes Leben behauptete Schostakowitsch: „Es war ziemlich grau und farblos“. In Wirklichkeit war es das spannendste Komponistenleben des 20. Jahrhunderts. Revolution und Bürgerkrieg, Stalins Terror und der zweite Weltkrieg, die Hoffnungen der „Tauwetter“-Periode und die Erstarrung unter Breschnew: Die ganze tragische Geschichte der Sowjetunion zieht eine Spur durch sein Schaffen. Als scheinbar linientreuer Musikfunktionär spielte er selbst mit – aber seine Musik spricht gegen das Regime, für dessen Opfer und für die Freiheit der Kunst. „Das ist ein Spiel, das übel enden kann“, drohte Stalin dem berühmtesten Komponisten des Landes in der „Prawda“. Kann ein sensibler, zerbrechlicher Mensch all das unbeschadet überstehen? Unter dem Titel „Doppeltes Spiel“ erzählt die neue Hörbiografie das Epos einer Zeit und kommt dem überraschend schillernden Helden auch privat sehr nahe. Die Hauptfigur verkörpert Ulrich Matthes, als Erzähler spricht Udo Wachtveitl.
15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature
Im Garten des britischen Filmemachers Derek Jarman. Von Marc Bädorf und Konstantin Schönfelder
Der britische Künstler Derek Jarman ist bekannt für seine virtuosen Filme. Als AIDS-Aktivist spielte er eine wichtige Rolle in Zeiten der Thatcher-Regierung. Für sein Meisterstück hielt er einen Garten, den er an einem entlegenen Ort am Ärmelkanal anlegte.
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Auf geht’s beim Schichtl“ von Justin Schröder
Komposition: Raimund Rosenberger Regie: Olf Fischer BR 1969
„Die Unterlagen zu meinem Hörspiel habe ich, abgesehen von meiner eigenen Erinnerung, soweit Daten und ähnliches über die Person und das Unternehmen August Schichtls in Frage kamen, von Herrn Anton Roskowetz erhalten, der in einer hoch anzurechnenden Weise das Andenken dieses Künstlers pflegt und auch die Anregung zu einer Gedenkstunde beim Rundfunk gab. Er ist ja zwar tatsächlich als Kind einer angeheirateten, nicht adoptierten Tochter von Schichtls Frau, gesetzlich nicht verwandt, aber er hängt, wie ich sicher weiß, mit großer Liebe an dem Andenken seines ’Großvaters’. Nun scheint Herr Roskowetz recht wenig Lust zu haben, Ihnen die gewünschten Aufschlüsse zu erteilen, da er durch die mangelnde ’Anerkennung’, ja nach seiner Darstellung mitunter sogar feindselige Einstellung seitens der Verwandtschaft verbittert ist. Dass Sie über August Schichtl, Ihren verstorbenen Onkel, nicht gut unterrichtet sind, ist verständlich, da die Brüder, deren einer Ihr Vater war, nicht miteinander harmonisierten.“ (Briefauszug von Justin Schröder an Xaver Schichtl, März 1937, Historisches Archiv des Bayerischen Rundfunks)
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
„Die Verwandlung“ Der US-amerikanische Musiker This is Lorelei. Von Marcel Anders
Der Frontmann der Pop Band Water From Your Eyes klingt als Solo-Künstler überrachend anders.
Seit 2012 hat Nate Amos über 80 Alben (!) aufgenommen, zwölf davon mit seiner Pop-Band Water From Your Eyes. Den Rest als Solist unter dem Künstlernamen This Is Lorelei, benannt nach einem Planeten aus der Serie „Star Trek: The Animated Series“. Der introvertierte Multiinstrumentalist aus dem US-Bundesstat Vermont kreiert skurrile Lo-Fi-Klangwelten, die in keine musikalische Schublade passen. Damit ist er 2024 zum Liebling von Kritikern wie Kollegen geworden, die Stücke des Albums „Box For Buddy, Box For Star“ gecovert, jedoch ohne Amos Wissen. Das bescherte dem Klangtüftler einen solchen Popularitätsschub, dass er seinen ersten Plattenvertrag unterschrieben und professionelles Studio-Equipment verwendet hat. Sein Album „The Singer In My Band“ klingt nicht nach Pop, sondern vielmehr nach Americana und dem 2023 verstorbenen Kanadier Gordon Lightfoot – dennoch ist in der US-Presse von einem „Indie-Rock Phänomenon“ zu lesen: eines von vielen Missverständnissen, mit denen der 35-Jährige zu kämpfen hat.
17:00 Uhr HR 2 Menschen und ihre Musik
„Ich finde es unglaublich rührend, für die Jugend zu spielen!“
…sagt die Geigerin Isabelle Faust. „Wenn da nur ein bisschen der Funke überspringt, ist so viel gewonnen!“.
17:00 Uhr ByteFM Was ist Musik mit Klaus Walter
Kein Anschluss unter dieser Nummer. 25xx52, 27 & more
Neues aus der Reihe: Musik, die ich mag, versteh´ ich nicht, Musik, die ich verstehe, langweilt mich. “27” ist ein rätselhafter Track aus Jay Mittas Album “Kazi Kwanza”, mein Erstkontakt mit “Tanzania’s hyperactive underground scene” (Bandcamp). “25xx52”, das sind 52 Miniaturen aus dem Jahr 2025, produziert von Chra alias Christina Nemec aus dem Waldviertel (Niederösterreich), das bisher noch nicht durch seine hyperactive underground scene aufgefallen ist.
Erykah Badu ist wieder da mit “a wild odyssey about phone addiction”. Hans Nieswandt ist auf Montage mit den Nachdenklichen Wehrpflichtigen & Floh De Cologne. Die Kamerun Qrella Group arbeitet sich an Ost-West-Missverständnissen & -Zuschreibungen ab. Was ist Musik läuft am 7. September, einen Tag nach der Wahl in Sachsen-Anhalt, wird aber vor Schließung der Wahllokale produziert. Die Luft gehört denen, die sie atmen? Oder doch privatize the air?
17:00 Uhr radio 3 Das Gespräch
Für eine andere Filmkultur. Kirsten Dietrich im Gespräch mit der Dramaturgin Canan Turan
Stereotype im Film können das Leben von Menschen negativ beeinflussen: Wenn Kriminelle in Filmen zum Beispiel immer gebrochenes Deutsch sprechen, verstärkt das beim Publikum Vorurteile gegenüber Migranten. Canan Turan will das durchbrechen. Sie ist Filmemacherin, Dramaturgin und hat einen wachen Blick für Machtstrukturen. „Film ist eine politische Praxis“, sagt sie. Kirsten Dietrich hat mit ihr darüber gesprochen, wie sie diese Praxis sensibler für Diskriminierung gestalten will.
17:10 Uhr Ö1 Spielräume Spezial
Schlaglichter auf John Coltrane (1926-1967)
Forschender und Suchender: Der 100. Geburtstag der Jazzsaxofonisten-Ikone John Coltrane
Der neben Charlie Parker für den Modern Jazz wahrscheinlich einflussreichste Saxofonist war zeit seines Lebens ein musikalisch Forschender und Suchender, für den auch das spirituelle Element in der Musik von großer Bedeutung war.
Als Mitglied des berühmten ersten Miles-Davis-Quintetts wird Coltrane Mitte der fünfziger Jahre selbst zum Star. Nach seinem Gastspiel bei Davis und einer kurzen, aber wichtigen Zeit mit dem Pianisten Thelonious Monk wird John Coltrane mit seinem eigenen Quartett weltberühmt. Als der rastlose Übe-Fanatiker keine neuen harmonischen und melodischen Ansätze mehr in der Musik findet, wendet er sich dem Free Jazz zu. Coltrane betreibt Raubbau an seinem Körper, kann und will aber sein immenses Arbeitspensum nicht drosseln. Am 17. Juli 1967 stirbt er in Huntington im US-Bundesstaat New York an Leberkrebs. Seine bedingungslose Hingabe an die Musik, sein tiefer Humanismus und die spirituelle Kraft, die in seinem Spiel liegt, sind bis heute singulär geblieben.
18:00 Uhr HR 2 Feature
Im Garten des britischen Filmemachers Derek Jarman. Von Konstantin Schönfelder und Marc Bädorf
Der britische Künstler Derek Jarman ist bekannt für seine virtuosen Filme. Als AIDS-Aktivist spielte er eine wichtige Rolle in Zeiten der Thatcher-Regierung. Für sein Meisterstück hielt er jedoch einen Garten, den er an einem entlegenen Ort am Ärmelkanal anlegte.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel
When the music’s over (1/2) Cyberpunk-Hörspiel in 2 Teilen. Von Myra Çakan
Bearbeitung: Myra Çakan Regie: Alexander Schuhmacher (Produktion: SWR 2006)
In Europa sind ganze Länder überschwemmt, der Katastrophentourismus blüht. Crack war Popcorn gegen die neuen Aliendrogen. Das World Wide Web ist längst abgeschaltet von den sogenannten Vierfingern, Gästen aus dem All, die sich als die neuen Herrscher des Planeten entpuppen.
In Hamburg geht die Reisende Skadi aus dem Reich des ewigen Eises an Land und lernt bei einem Neopunkgottesdienst eines der vielen elternlosen Kinder kennen, das ihr nicht mehr von der Seite weicht. Es regt sich Widerstand gegen die vierfingrigen Herrscher, doch kann der Kampf gelingen?
19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband
Brandee Younger (1)
hr-Bigband feat. Brandee Younger, cond. by John Beasley, Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt, Mai 2026, Teil 1
19:03 Uhr WDR 3 Jazz
Jelly Roll Morton: Der Erfinder des Jazz? Mit Karsten Mützelfeldt
Der legendäre Mann erklärte sich selbst zur Legende und brüstete sich damit, „der Schöpfer des Jazz“ zu sein. Einer der Pioniere des Jazz war der Pianist und Komponist Jelly Roll Morton allemal.
1890 in New Orleans geboren, zieht es ihn später nach Chicago, hier gründet Morton Anfang der 1920er Jahre die Red Hot Peppers. Seine früheren Beziehungen zur Halb- und Unterwelt pflegt er weiter. Wenn Morton nicht gerade spielt, arbeitet er als Zuhälter, Schmuggler und Boxpromoter. Sein Auftreten gleicht dem eines Gangsters, stets einen Revolver in der Tasche und einen Diamanten im Goldzahn.
20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Patrick Ziegelmüller
Zwei Schritte, ein hartes Leben und Hoffnung
Das britische Indiepop-Quartett Railcard kann man gerne als Supergroup titulieren. Alle vier Mitglieder haben in den 80er-Jahren in diversen Bands mitgespielt (Heavenly, Death In Vegas, The Trash Can Sinatras), sich aber erst im letzten Jahr auf einer Geburtstagsparty kennengelernt. Auf ihrem Debüt „Two Steps At A Time” gibt es wundervollen Twee-Pop zu hören.
The Tubs wurden 2018 von Owen Williams im walisischen Cardiff gegründet. Inzwischen ist die Band in London ansässig und bleibt auch auf ihrem dritten Album „Hard Life“ ihrem Stil treu: nicht etwa keltische Folk-Songs, sondern eher 80er-Jahre-US-Indie-Rock im Stile der frühen REM, Firehose oder Hüsker Dü.
Das Londoner Ezra Collective macht seit über einem Jahrzehnt Jazz zu einem freudvollen, eindringlichen und tollen Erlebnis. Auf „Here Because Of Hope“ treiben sie ihre Vision weiter voran und stellen die durchaus berechtigte Frage: Warum klingt so viel Schwarze Musik, die aus Schmerz entstanden ist, so fröhlich? Ihre Antwort lautet: Hoffnung. Das Album gliedert sich in drei spirituelle und geografische Abschnitte, zeichnet die Wanderung der Schwarzen Bevölkerung über Kontinente und Jahrzehnte hinweg nach, von der Musik Afrikas über die Rhythmen der Karibik bis hin zu den Straßen Londons.
Außerdem gibt es neue Musik von Agnes Obel, Neil Young & The Chrome Hearts, Team Dresch, Frankie Rose, Echo & The Bunnymen, Blood Red Shoes, Amyl And The Sniffers, Slow Pulp, Beck, Kristin Hersh sowie eine ausführliche Vorstellung von „Ow ∞“, unserem Album der Woche von Sylvan Esso.
20:00 Uhr radio3 Konzert
Musikfest Berlin 2026: Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle dirigiert die Berliner Philharmon
Manuel de Falla: El sombrero de tres picos (Der Dreispitz), Ballettmusik
Rinat Shaham, Mezzosopran
Cathy Milliken: why feather yellow, Konzert für Englischhorn und Orchester (Uraufführung), Kompositionsauftrag der Stiftung Berliner Philharmoniker
Dominik Wollenweber, Englischhorn
Leoš Janáček: Taras Bulba, Rhapsodie für Orchester
Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle, Dirigent
Rinat Shaham, Mezzosopran
Dominik Wollenweber, Englischhorn
Konzertaufnahme vom 18.09.2026 in der Philharmonie Berlin
20:01 Uhr Ö1 Zeit-Ton
Neue Musik in Kriegszeiten. Das zeitgenössische Musikleben der Ukraine
In den viereinhalb Jahren nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges hat sich das zeitgenössische Musikleben der Ukraine den widrigen Bedingungen angepasst und sich als wichtiger sozialer Ort etabliert.
Im Zentrum steht Musik des Labels Kyiv Dispatch, das von Kiev aus zeitgenössische Musik auf Vinyl und digital herausbringt. Künstlerinnen und Künstler des Labels sind heuer auch beim ORF musikprotokoll in Graz zu Gast: Die Sopranistin Viktoriia Vitrenko singt am Freitag, 9. Oktober 2026 an der Seite von Flötistin Maria Kalesnikava und begleitet vom RSO Wien eine Uraufführung von Liavon Schwir; Ian Spektor präsentiert die Installations-Version seines Projekts „Cherven“ im Graz Museum (8.-11. Oktober 2026).
20:03 Uhr WDR 3 Konzert
Cello-Kunst, Kuba-Groove: Ana Carla Maza + Che Sudaka
Mit Ana Carla Maza kommt eine virtuose, lebensfrohe Musikerin auf die Bühne, die das Cello zum Motor einer Performance macht, in der kubanische Traditionen, Jazz, Klassik und Pop ineinandergreifen. Feine Klangfarben treffen auf treibende Grooves. Ein Höhepunkt des Over The Border Festivals 2026! Außerdem in dieser Ausgabe: Live-Musik der Band Che Sudaka aus Barcelona beim Rudolstadt Festival 2025.
Ana Carla Maza
Ana Carla Maza, Cello, Gesang
Mily Perez, Flügel, Controller Keyboard
Myrza Sierra, Tres Cubano, Gitarre
Jay Kalo, Schlagzeug, Bongos
Aufnahme vom 14. März beim Over The Border Festival aus dem Pantheon, Bonn
Anschließend: „Che Sudaka“
Leo (Leonardo Gabriel Fernández Stracquadaño), Gesang, Gitarre
Kachafaz (Marcos Alejandro Fernández Stracquadaño), Gesang
Cheko (Sergio Adrián Morales Cleves), Akkordeon
20:03 Uhr Bayern 2 Radiofeature
„Pilze gegen Schmerzen“ Wie ein harter Trip mein Leben erleichterte
Von Antje Drinnenberg BR 2026
Seit über 30 Jahren steckt ein unsichtbarer Dolch im Schulterblatt unserer Autorin. Antje Drinnenberg leidet an chronischen Rückenschmerzen.
Sie hat alles mögliche ausprobiert, um sie loszuwerden, aber nichts hilft. Deshalb entschließt sie sich zu einem Experiment: Ein Trip mit Magic Mushrooms in einem Retreat in den Niederlanden.
Sie erwartet eine heftige Erfahrung, die ihr Leben verändert. In sehr persönlichen Szenen, Gesprächen mit anderen Retreat-Teilnehmer:innen und Einschätzungen eines Neurowissenschaftlers erkundet das Radiofeature Chancen und Risiken von Therapien mit Psychedelika.
In Deutschland sind Psychedelika verboten. Ihr Konsum birgt gesundheitliche Risiken. Seit ein paar Jahren werden sie in der Medizin getestet, z.B. bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen. Die Forschung steckt noch in den Anfängen.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Gina wird blind“ Eine Geschichte aus New York. Von Vivien Schütz Ton und Regie: die Autorin
Deutschlandfunk Kultur 2025
Gina aus New York wird als erwachsene Frau und Mutter nach und nach blind. So verrückt es klingt: Sie hat sich dafür entschieden. In Gesprächen und Alltagsaufnahmen, die über mehrere Jahre hinweg entstanden sind, erzählt die Autorin Ginas Geschichte.
Gina ist eine fröhliche, herzliche New Yorkerin, die kein Blatt vor dem Mund nimmt. Am Anfang dieses Features kann sie sich noch gut in ihrem Appartment orientieren. Doch nach und nach verliert sie ihr Augenlicht. Unsere Autorin begleitet sie über Jahre hinweg, nimmt Anteil und wird selbst zum Teil von Ginas Geschichte. So zeigt sich, dass hinter jeder Erblindung ein ganz individueller Mensch und eine persönliche Geschichte steht. Und die hat in Ginas Fall sehr viel mit ihrem Sohn Aidan zu tun.
20:58 Uhr Ö1 Zeit-Ton
Uraufführungen von den Klangspuren Schwaz
Das britische Riot Ensemble spielt Weltpremieren von Jonah Haven und Dilay Doganay.
Zwei Uraufführungen waren beim Konzert des Londoner Riot Ensemble im Rahmen der Klangspuren Schwaz zu erleben, das wir am 11. September 2026 im Studio 3 des Landesstudios Tirol aufgenommen haben. In „Naomi“ für Ensemble, Sopran und Tape des US-Komponisten Jonah Haven schlüpft Sopranistin Juliet Fraser gleich in sechs verschiedene Rollen. Auch Dilay Doganays Stück „no signatures“ beinhaltet eine kleine Erzählung: Es verklanglicht den Prozess der Interaktion mit einer KI. Die türkische Komponistin war Siegerin des Ö1 Talentebörse Kompositionspreises 2024.
Die Klangspuren Schwaz stehen in ihrer 33. Ausgabe von 10. bis 26. September 2026 unter dem Motto „Love is Louder“. Angeregt wurde das Thema „durch das gleichnamige Kunstwerk des US-amerikanischen Künstlers Sam Durant, der die drei Worte einem Demonstrationsplakat entnommen hat. Der Slogan wird im Festivalprogramm zum Leitmotiv, das in vielen Werken durchklingt“, wie es in der Festivalankündigung heißt. Es ist dies die erste Festivalausgabe unter der künstlerischen Leitung des niederländischen Trompeters Marco Blaauw.
22:03 Uhr SWR Kultur NOWJazz
John Coltrane – A Love Supreme. Von Maxi Broecking
John Coltranes Album „A Love Supreme“ von 1965 gilt als eines der bedeutendsten Werke der Jazzgeschichte. Die vierteilige Suite zeigt Coltranes spirituelle Suche und seinen tiefen Glauben. Eingespielt wurde das Album mit seinem damaligen Quartett: McCoy Tyner am Klavier, Jimmy Garrison am Bass und Elvin Jones am Schlagzeug. Das Album verbindet musikalische Innovation mit spiritueller Tiefe und beeinflusst bis heute Generationen von Jazzmusikerinnen und Jazzmusikern. Bei einer zweiten Aufnahmesession war auch der mittlerweile 89-jährige Saxofonist Archie Shepp dabei, der noch davon erzählen kann.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
„Macht und Ohnmacht“ Überleben in lateinamerikanischen Diktaturen. Von Peter B. Schumann
Perspektivwechsel: vom Herrscher zu den Beherrschten, vom Diktator- zum Diktaturenroman.
Die zahlreichen Diktatoren Lateinamerikas im späten 20. Jahrhundert haben eine eigene literarische Gattung entstehen lassen. Autoren der „Boom-Generation“ wie Augusto Roa Basto oder Gabriel García Márquez haben sogenannte „Diktatorenromane“ verfasst. Die politische Situation hat sich im 21. Jahrhundert nur wenig verbessert, doch neuere Gegenwartsromane kreisen eher um das Überleben unter Diktatoren oder autoritären Herrschern. In Büchern von Kettly Mars (Haiti), Nona Fernández (Chile), Sergio Ramírez (Nicaragua), Martín Kohan (Argentinien) oder Alberto Barrera Tyska (Venezuela) stehen die Beherrschten im Mittelpunkt. Die zeitgenössischen „Diktatorenromane“ Lateinamerikas sind „Diktaturenromane“. Sie erzählen die Geschichten, die unter diesem oder jenem Diktator nicht erzählt werden konnten.
22:05 Uhr Ö1 Diagonal
Die Frau als Mensch. Zur Person Ulli Lust
Die österreichische Comiczeichnerin Ulli Lust erzählt in einer ausgezeichneten Graphic Novel die Frau als Menschen – im Kleinen, schonungslos Autobiografischen, wie im großen historischen Kontext.
Mit 17 Jahren fährt Ulli Lust nach Italien – eine Punkerin, die nichts zu verlieren, weil nichts dabei hat. Oder das zumindest denkt, bis sie auf Mafiosi, Dealer und Vergewaltiger trifft. In ihren Zwanzigern führt Ulli Lust eine von Gewalt gezeichnete Beziehung mit zwei Männern und versucht, eine gute Mutter und freiberufliche Künstlerin zu sein.
Mit Anfang 40 – mittlerweile Absolventin einer Berliner Kunsthochschule – verarbeitet sie ihre Jugend in einer großen, im deutschen Raum so noch nicht dagewesenen Comicerzählung, die sie schlagartig berühmt macht und der nachfolgenden Generation von Zeichnerinnen die Türen weit aufstößt.
23:03 Uhr SWR Kultur Essay
60 Jahre »Star Trek« – Ein persönlicher Bericht. Von Andreas Brandhorst
1966 flog das Raumschiff Enterprise zum ersten Mal über die amerikanischen Fernsehschirme, sechs Jahre später auch über die deutschen. Andreas Brandhorst, Science-Fiction- und Thriller-Autor, erzählt davon, wie der erfolgreiche Weg von Captain Kirk und Mister Spock bei uns begann. Er berichtet auch von seinen Erfahrungen mit Star Trek – in den 80er- und 90er-Jahren hat er mehr als 150 Star-Trek-Romane für den Heyne Verlag übersetzt – und von der neuen Ära in der deutschen Science-Fiction, die es ihm schließlich erlaubte, als Autor eigene Reisen in die unendlichen Weiten des Weltraums zu unternehmen.
SWR 2026
23:03 Uhr WDR 3 Studio Neue Musik
Henze – Paradoxien eines Idealisten II
Philipp Quiring komplettiert seinen Zweiteiler zu den autobiographischen Hintergründen der Musik von Hans Werner Henze, der am 1. Juli hundert Jahre alt geworden wäre.
1966 stellt Henze mit der Euripides-Oper „The Bassarids“ bei den Salzburger Festspielen eines seiner Hauptwerke vor. Schon zwei Jahre später löst das politisch engagierte Oratorium „Das Floß der Medusa“ in Hamburg den wohl spektakulärsten Skandal der Nachkriegs-Musikgeschichte aus. Stimmen von Zeitzeugen und O-Töne beleben das facettenreiche Bild eines Genies im Widerspruch.
Die Bassariden: Vorspiel / erste Szene | 1:51
Hans Werner Henze
Die Bassariden: Der Mänadentanz | 1:54
Hans Werner Henze
Nachtstücke und Arien: „Mit schlaftrunkenen Vögeln“ | 1:15
Hans Werner Henze
Nachtstücke und Arien: „Mit schlaftrunkenen Vögeln“ | 1:03
Hans Werner Henze
Nachtstücke und Arien: Aria | 0:36
Hans Werner Henze
Voices: „Roses and Revolutions“ / „Rosen und Revolutionen“ | 0:47
Hans Werner Henze
Das Floß der Medusa | 1:04
Hans Werner Henze
Das Floß der Medusa: „Ho-Chi-Minh“-Stelle | 1:04
Hans Werner Henze
Das Floß der Medusa | 0:57
Hans Werner Henze
Tristan: Todesschrei | 1:06
Hans Werner Henze
Tristan, 6. Satz | 3:52
Hans Werner Henze
Lucy Escott-Variations | 2:55
Hans Werner Henze
Sinfonie Nr. 9: 1. Satz | 0:19
Hans Werner Henze
Sinfonie Nr. 9: 7. Satz „Die Rettung“ | 7:39
Hans Werner Henze