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UKJazznews: Tony Lakatos, George Mraz & Adam Nussbaum – George in Our Minds / Skip Records

Von Charlie Rees. George in Our Minds ist eine Live-Aufnahme aus dem Jahr 2004 aus Trenčín in der Slowakei, die dem Andenken an George Mraz (am Bass zu hören) gewidmet ist.

Die Band wurde von dem in Ungarn geborenen und in Deutschland lebenden Saxophonisten Tony Lakatos zusammengestellt, der neben seiner glanzvollen Karriere als Bandleader 28 Jahre lang bei der hr-Bigband (auch bekannt als Frankfurter Rundfunk-Bigband) spielte, bevor er sich 2021 offiziell aus dieser Rolle zurückzog. Vervollständigt wird das Trio durch einen weiteren seiner langjährigen Freunde und musikalischen Weggefährten, den großartigen amerikanischen Schlagzeuger Adam Nussbaum.

Lakatos und Nussbaum werden hoffentlich noch viele Jahre gemeinsam auftreten, doch Mraz, der um mehr als ein Jahrzehnt das älteste Mitglied dieses Trios war, ist leider im Jahr 2021 verstorben. Er wurde 1944 in der damaligen Tschechoslowakei geboren, und sein Weg nach Amerika verlief ähnlich wie der seines tschechischen Bassistenkollegen Miroslav Vitouš: Beide besuchten nach einem klassischen Studium am Prager Konservatorium das Berklee College of Music. Von den beiden machte sich Vitouš eher als Bandleader und Komponist einen Namen, doch Mraz spielte dennoch mit so gut wie jedem bedeutenden Jazzmusiker seiner Zeit zusammen: Stan Getz, das Thad Jones-Mel Lewis Orchestra, Zoot Sims, Pepper Adams, Joe Lovano, John Abercrombie, Richie Beirach und viele andere. Sucht man nach einer Jazz-Platte aus den 1970er-, 80er- oder 90er-Jahren, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er der Bassist ist.
Der Albumtitel ist nicht nur eine Hommage an Mraz, sondern auch ein offensichtliches Wortspiel mit „Georgia on My Mind“. Dieser Song und vier weitere klassische Kompositionen von Hoagy Carmichael wurden im Rahmen dieses Sets aufgenommen; alle waren zuvor bereits auf Lakatos’ Album I Get Along With You Very Well aus dem Jahr 2003 erschienen – einem Projekt mit Musik von Carmichael, bei dem (unter anderem) genau dasselbe Trio mit Mraz und Nussbaum mitwirkte. Wie zu erwarten, stammen einige der Arrangements auf George in Our Minds von dort.
Lakatos ist vor allem als Tenorsaxophonist bekannt, doch er beweist ebenso großes Können auf dem Sopransaxophon bei „Georgia on My Mind“ – das in einem etwas schnelleren Tempo als üblich und mit einem groovigeren Feel gespielt wird – sowie bei „Stardust“. Bei „I Get Along Without You Very Well“ entscheidet sich das Trio für ein deutlich schnelleres Tempo, untermalt von einer eingängigen Vamp-Figur, die sich über den größten Teil des Themas zieht. „The Nearness of You“, das üblicherweise als Ballade im 4/4-Takt gespielt wird, wird stattdessen als sanfter Walzer neu interpretiert. Was „Doctor, Lawyer, Indian Chief“ betrifft, so hat ihre Interpretation deutlich mehr Stil und Aussagekraft als die meisten anderen, die diesem Rezensenten bekannt sind. Lakatos’ Phrasierung der Melodie und Nussbaums Interaktion mit den Besen zu Beginn ergänzen sich wunderbar, während die rhythmischen Akzente, wenn Mraz bei der Bridge einsetzt, ebenso wirkungsvoll sind.
Die verbleibenden drei Titel sind Thelonious Monks „Played Twice“ sowie zwei Eigenkompositionen von Lakatos: „Double Reality“, das er erstmals 1995 auf The News (mit Mraz, Al Foster und Kirk Lightsey) aufgenommen hat, und „Vintage“, ursprünglich von One Two Three Four (1982). Obwohl das Fehlen eines Akkordinstruments die Einordnung von Eigenkompositionen erschwert, da uns als Zuhörern ein Bezugspunkt fehlt, ist das Fehlen von Klavier oder Gitarre hier dank Mraz’ legendärer Intonation und Klangklarheit insgesamt unerheblich – insbesondere in den höheren Lagen, in denen er ohne diese Instrumente aktiver sein kann. Der Legende nach zwang ihn sein Basslehrer als Kind, eine einzelne Note so lange zu üben, bis sie perfekt war (wochen-, monate- oder sogar jahrelang, wenn nötig), bevor er zur nächsten Note übergehen durfte – woraufhin sich die Übung wiederholte! Es versteht sich von selbst, dass sich diese Methode in seiner Karriere ausgezahlt hat.

Wenn man George in Our Minds hört, vergisst man leicht, dass zwei Mitglieder dieses Trios (Lakatos und Mraz) in Europa geboren wurden und dort ihre musikalische Grundausbildung erhielten. Doch die Zusammenarbeit mit so vielen großartigen amerikanischen Musikern hatte offensichtlich einen größeren Einfluss auf sie als Musiker, zumindest was diese Aufnahme betrifft. Die Verdienste von Mraz und Nussbaum dürften unseren Lesern wohl bekannt sein, doch Tony Lakatos ist vielleicht nicht ganz so geläufig. Diese Aufnahme erinnert eindringlich daran, dass er einer der großen Saxophonisten seiner Generation ist, der als Musiker auf einer Stufe mit jemandem wie Joe Lovano steht (der übrigens die Liner Notes zum Album verfasst hat). Wer ihn noch nicht kennt, wird es zweifellos als lohnende Erfahrung empfinden, dies nachzuholen.

© UKJazznews, 6.8.2026

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