Eine Hommage, in sechs Teilen, welche die wichtigsten Alben des Künstlers präsentiert. Das Team von Free Jazz Collective hat seine…
Von Fotis Nikolakopoulos. Auf dieser CD mit dem rätselhaften Titel, bei der Relative Pitch wieder einmal ins Schwarze getroffen hat, zeigt Nebbia eine weitere Seite ihres Spiels – zweifellos die feurige.
Chris Corsano ist natürlich allseits bekannt, und ich muss Ihnen, lieber Leser, sicherlich nicht extra darauf hinweisen, dass er zu den besten Schlagzeugern dieses Jahrhunderts zählt. Er hat eine umfangreiche, polyrhythmische und vielfältige Diskografie aufgebaut, aber er kann – und will – immer noch „spielen“. Das heißt: feurige Musik in der Tradition des Free Jazz.
Aber warum braucht es heutzutage noch ein weiteres Saxophon-Schlagzeug-Duo, wo wir doch mit so viel Musik übersättigt sind? Nun, wenn man den persönlichen Geschmack einmal beiseite lässt (und sicherlich versucht, ihn nicht zu objektivieren), ist dies eine CD, die rund eine Stunde dauert und voller Gefühle und Stimmungen ist. Voller freudiger Energie und geprägt von einem unzertrennlichen Zusammenspiel der beiden Künstler wirken die sieben Titel dieser Aufnahme wie eine endgültige Antwort darauf, wie Free Jazz (insbesondere im kleinen Rahmen eines Duos) im Jahr 2026 klingen sollte.
Vielleicht ist es das, aber ich habe das Gefühl, dass es kein Zufall ist, dass die eine Hälfte des Duos diesmal eine Frau ist. Abgesehen von der ernsthaften, anhaltenden Debatte über die Beteiligung von Frauen an jazzbasierter Musik bleibt die Tatsache bestehen, dass dies eine großartige CD ist, voller kleiner Ideen, Gesten, Details und frei improvisierter polyrhythmischer Salven, die sie zu einem absoluten Hör-Muss machen. Und zu einer der besten Veröffentlichungen des Jahres 2026 bisher.
© Free Jazz Collective, 25.7.2026