Die britische Künstlerin Beth Orton über das meditative Landleben, Trost am Klavier und Schwierigkeiten beim Hören ihrer eigenen Stimme. Beth…
Gerhard Emmer über: Poppy Ackroyd – Liminal // Ava Mendoza – Alive Alone, Alive Together // Beth Orton – The Ground Above.
Die gewichtigeren Gemütszustände in kontemplatives, unkompliziertes Sound-Driften übersetzt: grundlegend kein neuer Ansatz in der instrumentalen Musik wie in der kompositorischen Trauerarbeit. Aber nur wenigen gelingt es so anrührend, unprätentiös und musikalisch erhebend wie Poppy Ackroyd.
Im langen, über zwölfminütigen Jam-Finale ‚New Ghosts‘ bereitet das freigeistige Duo der wild flackernden Verzerrungs-Improvisation noch einmal die große Bühne, auf einem Album, dass die rohe Energie der sechs Saiten mit ungebändigter komplexer Grenzgänger-Lust vortrefflich zusammenbringt.
Betörende und gefangennehmende Songentwürfe zwischen Erschöpfungssyndrom und der überlebenswichtigen Stimulanz des Nervs, den Beth Orton mit ihren ausgeprägten vokalen Fähigkeiten immer wieder zu treffen weiß.
© Kulturforum, Gerhard Emmer, 27.7.2026
