Von Bert Noglik. Sein Spiel glich magischen Beschwörungsformeln und bohrenden Fragestellungen. Tief in der afroamerikanischen Tradition verwurzelt, behandelte Mal Waldron…
Von Georges Tonla Briquet. Wie einige große Labels – Blue Note und ECM ganz zu schweigen – bringt auch Enja ältere Veröffentlichungen erneut auf Vinyl heraus. So ist nun „Left Alone Revisited“, aufgenommen am 7. und 8. Februar 2002, auf 33 Umdrehungen erhältlich. Der Jazzliebhaber kann davon auf jeden Fall profitieren, sofern der Verkaufspreis zumindest akzeptabel ist.
Auf der Vorderseite des Covers sind die beiden stilvoll gekleideten Herren zu sehen. Ein Foto in angepassten Sepia-Farben, wie aus einer vergangenen Ära. Auf der Rückseite steht ein Zitat von Billie Holiday, das auf den Titel des Albums Bezug nimmt. Das ist nicht wirklich verwunderlich, da Waldron jahrelang der feste Begleiter von Lady Day war. Letztendlich ist diese Platte eine Hommage an sie.
Mal Waldron sitzt stets am Klavier, während Archie Shepp abwechselnd am Tenor- und Sopransaxophon zu hören ist. Beide erweisen sich als Meister der Kunst der Balladen, die sie dem großen Real Book entnehmen, ergänzt durch Waldrons „Left Alone“ (zwei Versionen).
Ein samtiger Klangteppich, der sich über beide Plattenseiten erstreckt. Das Duo gibt sich ungehemmt einer intimen Lyrik hin, die von der nötigen Melancholie durchdrungen ist. Auch ihr Gespür für leichten Swing kommt zum Vorschein, und der Blues fehlt ebenfalls nicht. In einigen Stücken sind übrigens durchaus einige Ecken und Kanten eingearbeitet, während Shepps raue Stimme in „Blues For 52nd Street“ erklingt. © Alle Texte: Georges Tonla Briquet.
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