Es ist nicht so, dass man noch nie von Simon Laks gehört hätte, dem 1901 als Szymon Laks in Warschau…
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst
„pssst Leopard 2A7+“ Von Natascha Sadr Haghighian
Mit: Stephan Thierbach, Barbara Becker
Konzeption und Umsetzung: Natascha Sadr Haghighian
Ton und Technik: Andreas Narr, Eugenie Kleesattel
Deutschlandradio Kultur 2014
Im Rüstungsexportbericht stößt die Klangkünstlerin Natascha Sadr Haghighian 2014 auf den Panzer Leopard 2A7+. Seine Besonderheit: Er ist nicht für den Krieg gegen einen äußeren Feind gebaut.
„pssst Leopard 2A7+“ ist eine klangliche Untersuchung aus dem Jahr 2014. Im Zentrum stehen die offenen Geheimnisse um den Panzer, der Leopard heißt: Er wird gebaut, um gegen innere Feinde vorzugehen – zur Befriedung von Unruhen, Protesten und Aufständen im urbanen Raum. Fiktive Field Recordings von den Produktions- und Einsatzorten, manipulierte Geräusche aus dem Kettenfahrzeug und Briefe an den Leopard entwerfen eine ambivalente Szenerie. Die scheinbar eindeutigen Funktionen des Kriegsgeräts werden unterwandert. Das Tier trennt sich vom Kettenfahrzeug.
14:05 Uhr Ö1 In Concert
Saxofonist Tobias Hoffmann im Oktober 2025 mit der Bigband des bulgarischen Rundfunks in Sofia
Der 1988 im deutschen Göppingen geborene Tobias Hoffmann lebt und arbeitet seit mittlerweile 13 Jahren in Österreich. Als Saxofonist, Arrangeur und Komponist hat er markante Spuren in der hiesigen Musiklandschaft hinterlassen. Allerdings agiert der mehrfach preisgekrönte Musiker seit einigen Jahren auch auf internationaler Ebene. Unter anderem gab es Kollaborationen mit den Saxofonisten Bob Mintzer und Benny Golson sowie Pianist Gerald Clayton.
Zudem arbeitet Hoffmann auch mit dem Jazzorchester des bulgarischen Rundfunks zusammen. Am 29. Oktober 2025 gab die BNR-Bigband mit Tobias Hoffmann als Gastsolist im Studio 1 des Bulgarischen Rundfunks in Sofia ein Programm zum Besten, das ausschließlich dessen Kompositionen enthielt, entnommen Hoffmanns beiden Bigband-Alben: „Conspiracy“ wurde 2021 im Studio 2 des Wiener Radiokulturhauses aufgenommen, „Innuendo“, erschienen 2024, war für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert.
19:00 Uhr ByteFM Tiefenschärfe mit Dirk Domin
Es bleibt bunt
Zwischen Jazz, Deep House, Klassikern und Bass-Musik. Diesmal mit neuer Musik von Rymden, Yoofee, ToShKa, Sascha Funke, Fontaines D.C. und weiteren.
19:00 Uhr NDRKultur Musica
Elbjazz 2013: Trilok Gurtu’s „Spellbound Project“
19:30 Uhr Ö1 Konzert
Eröffnung Wien Modern
ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigentin: Irene Delgado-Jiménez.
Pia Palme: Neues Werk (UA) (Übertragung aus dem Großen Konzerthaussaal Wien in 5.1 Surround Sound)
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Jazzfest Berlin“ Live aus dem Haus der Berliner Festspiele und dem A-Trane
u. a. mit Amir ElSaffar New Quartet, Immanuel Wilkins Quartet und Sheen Trio
Moderation: Matthias Wegner
20:00 Uhr HR 2 Konzertsaal
Alicia Olatuja und die hr-Bigband in Frankfurt
Alicia Olatuja, vocals; hr-Bigband
Leitung: Michael Philip Mossman
(Aufnahme vom 22. und 23. Oktober 2026 aus dem hr-Sendesaal)
Wenn Alicia Olatuja singt, steht die Welt still. Ihre vielseitige Stimme kann zart oder kraftvoll klingen und dabei spielerisch leicht durch Oktaven tanzen. Als Kind war ihr Vorbild Whitney Houston. Geprägt hat sie die Musikszene von St. Louis, in der sie aufwuchs. Die hr-Bigband widmet ihr ein eigenes Programm.
20:00 Uhr radio3 Konzert
Giancarlo Guerrero dirigiert das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin
Werke von Alberto Ginastera, Alexander Skrjabin und Gustav Mahler mit Kirill Gerstein, Klavier in einer Konzertaufnahme vom 02.10.2016
20:03 Uhr Bayern 2 Salon „Hörspiel & Podcast„
Wild Wild Web – Geschichten aus dem Internet: Inside Palantir: Daddy Karp (3/5)
Von André Dér Hörmeyer, Benedikt Dietsch, Moritz Matzner und Max Sippenauer
BR 2026
Woher kommt Alex Karps Wandel vom Trump-Gegner zum Unterstützer? Hinweise geben seine Uni-Zeit in Frankfurt, Palantirs Arbeit mit der Polizei in New Orleans – und eine große Enttäuschung.
Babylon Berlin – Haus Vaterland (3/5): Der Mann mit den Narben. Von Volker Kutscher
Musik: Verena Guido und das WDR Funkhausorchester
Bearbeitung: Thomas Böhm und Benjamin Quabeck
Regie: Benjamin Quabeck WDR 2026
Ein toter Kriegsveteran, eine junge Patientin in einer Nervenheilanstalt und ein rätselhafter Brandanschlag verbinden sich zu einem neuen Fall. Während Gereon Rath nach dem Reichstagsbrand nach Berlin zurückkehrt, stoßen Kommissar Böhm und Charlotte Ritter auf eine Spur, die zu weiteren Verbrechen führen könnte.
20:03 Uhr BR Klassik Live aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz
BR Klassik – Konzert der musica viva
Leitung: Franck Ollu
Solistin: Carolin Widmann, Violine
Michael Reudenbach: „fast dasselbe“ (Kompositionsauftrag der musica viva, Uraufführung)
Clara Iannotta: Konzert – „Sand Like Gold-Leaf in Smithereens“ (Uraufführung)
Hans Zender: „33 Veränderungen über 33 Veränderungen“, Eine komponierte Interpretation von Beethovens „Diabelli-Variationen“
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Black to the Future“ Ästhetik und Sound des Afrofuturismus
Von Manuel Gogos Regie: Philippe Brühl
Deutschlandfunk 2024
Afrofuturismus ist eine eigene Ästhetik von People of Color, die postkoloniale Geschichte und Science-Fiction kombiniert. Welche „verrückten“ Visionen entwerfen schwarze Künstlerinnen und Künstler für eine Menschheit der Zukunft?
21:05 Uhr Deutschlandfunk On Stage
„La Niña (ITA)“ Aufnahme vom 5.7.2026 beim Rudolstadt Festival
Am Mikrofon: Babette Michel
Zwischen Tamurriata, neapolitanischem Lied, Pop und Neofolk.
La Niña, mit bürgerlichem Namen Carola Moccia, ist eine der eigenwilligsten Stimmen aus Neapel. Die 1991 in der süditalienischen Stadt geborene Sängerin und Gitarristin verbindet in ihrer Musik jahrhundertealte neapolitanische Traditionen mit Jazz, Progressive Rock, Hip-Hop und anderen zeitgenössischen Klangformen. Sie ist geprägt von den Liedern ihrer Heimat Kampanien, besonders von Roberto De Simones legendärem Werk „La Gatta Cenerentola“, das ihr Vater immer wieder hörte. Heute singt sie selbst auf Neapolitanisch, einer Sprache, die für sie eine lebendige Kraft ist: voller Geschichte, Tiefe und Magie. Die Songs von La Niña handeln von gesellschaftlichen Krisen, Rassismus, der Unterdrückung von Frauen und setzen sich auch mit Femiziden auseinander.
22:03 Uhr WDR 3 Jazz
Höhere Sphären – Der Multiinstrumentalist Jimi Tenor. Mit Niklas Wandt
Als Musiker und Produzent hat Jimi Tenor einen eigenen Klangkosmos geschaffen. Der finnische Künstler überrascht durch kreative Offenheit, sein markantes Spiel und durch eine eigenen Musiksprache.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Milestones
„Chicago/The Blues/Today! (Vol1)“ (1966)
Am Mikrofon: Sebastian von Haugwitz
Ein Sammel-Album mit dem Sound des Chicago Blues, das (künftige) Rockstars in Europa prägte.
Als Produzent Samuel Charters Ende 1965 nach Chicago reiste, interessierten ihn die Künstler, die regelmäßig vor lokalem Publikum spielten, deren Musik außerhalb der Stadt jedoch kaum bekannt war. Das Ergebnis erschien im Oktober 1966 als erstes Album der dreiteiligen Reihe „Chicago/The Blues/Today!“ und zählt heute zu den wichtigsten Bestandsaufnahmen des modernen elektrischen, auch Chicago Blues genannten Sounds. Junior Wells verbindet seinen markanten Harmonikastil mit dem Gitarrenspiel von Buddy Guy, Hutto steht für den rauen, vom Delta Blues geprägten Slidegitarrensound der South Side, während Otis Spann nur mit Schlagzeugbegleitung sein Klavierspiel in den Mittelpunkt rückt. Sam Charters Dokumentation der lebendigen Chicagoer Bluesszene wirkte weit über die Stadt hinaus. Sie wurde für Bluesfans in Europa und den USA zu einer Entdeckungsreise in den modernen Blues und prägte junge Künstler wie Jimi Hendrix, Eric Clapton und Jeff Beck.
22:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Musikfeuilleton
„Vor und nach Auschwitz“ Lieder von Simon Laks nach Gedichten von Julian Tuwim. Von Albrecht Dümling
Für den polnisch-französischen Komponisten Simon Laks (1901 – 1983) gehören Lieder zum Zentrum seines Schaffens. Vermittelt durch die Chanson-Legende Tola Korian, stieß er 1938 in Paris auf die Verse des polnischen Lyrikers Julian Tuwim, die fast unmerklich zwischen Spiel und Ernst, Leben und Tod, Himmel und Erde changieren. 1942 wurde Laks nach Auschwitz deportiert; er überlebte als Leiter des Lagerorchesters. Die Tuwim-Gedichte, die er danach in Frankreich vertonte, erhielten aus dieser Erfahrung eine zusätzliche Bedeutungsebene. Der Musikwissenschaftler Frank Harders-Wuthenow hat die erste Gesamtaufnahme der Laks-Lieder betreut, viele davon in Ersteinspielungen. Im Gespräch mit diesem Laks-Experten sollen die oft verborgenen Hintergründe der Lieder beleuchtet werden.
23:00 Uhr HR 2 Doppelkopf
„Gute Kunst bietet die Möglichkeit zur Reflexion“ – der Perkussionist Christoph Sietzen
Schon allein deshalb habe Kunst die Fähigkeit, politisch zu sein, findet Christoph Sietzen. Vielschichtig sei sie – und das kann man auch von seinem Instrumentarium behaupten. Trommeln, Pauken, Stabspiele wie Marimba-, Vibra- oder Xylophon – als Multi-Perkussionist bewegt er sich permanent in einem Kosmos aus Rhythmus und Melodie. Geerdet, aber mit Explosionskraft.
23:03 Uhr Ö1 Zeit-Ton
„Klang-Himmels-Körper“ im kunst labor
Die Sound-Art-Community CMKK beim musikprotokoll im steirischen herbst
Nach einem öffentlichen Workshop im esc medien kunst labor brachten Künstlerinnen und Künstler der Sound-Art-Community CMKK (ComputerMusik und KlangKunst) im Rahmen des ORF musikprotokoll im steirischen herbst ihr Instrumentarium in einem Konzert zum Klingen. Aus einer Reihe verschiedenster Klangquellen – von Perkussion und E-Gitarre über Spielzeugauto bis Laptop – entfaltete sich der Sound manchmal rieselnd, manchmal strömend.
Stimmen, Geräusche und stille Momente aller Anwesenden sind dabei zu einem gemeinsamen „Klang-Himmels-Körper“ geworden. Mit Beiträgen von Mattia Benedetti, Francesco Gulic, BAD TOKEN, Carmen Pomet, Jess Robinson, Anton Stuk, Justyna Tobera, Lars Tuchel und weiteren. Ein Mitschnitt vom Samstag, 10. Oktober 2026.
23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix
„Lost and Found“ Perlen aus der Popgeschichte. Mit Michael Bartle
Lost and Found ist unsere Stunde mit Perlen aus der Popgeschichte, die Zündfunk Musikchef Michael Bartle in Büchern, Filmen, Serien oder ganz einfach über unsere Hörer*Innen wiederbegegnet sind. Das ist ja das Schöne an der Musik: sie ist in der Luft, kreuzt überall auf, ganz gleich, ob im Internet, an der Isar, in Büchern, Filmen oder in neuen Serien.
Heute unter anderem mit Musik von Wolf Biermann, ein Dokumentarfilm über den unbeugsamen Sänger kommt gerade in die Kinos. Dazu die Felice Brothers, auch von den Brüdern kommt ein Dokumentarfilm, der in Woodstock gerade Premiere feiert. Und Musik von Mava, die auf dem Münchner Label „Trikont“ veröffentlicht und schon mal beim Zündfunk Punschkonzert aufgetreten ist, sowie von den Queens Of The Stone Age, die endlich ein neues Album veröffentlicht haben.
