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Von Gerhard Emmer. Nun sind in jüngster Zeit in den Kommandozentralen der Volksvertretungen die Verderber des Planeten und der demokratischen Gesellschaftsordnung wie der flankierende braune Mob auf der Straße nicht weniger geworden, und so liegt es auf der Hand, dass sich auch die kritischen Geister der aktuellen Musik-Szenerie mit diesen unleidigen Umständen in ihren Arbeiten auseinandersetzen, – das neue Album ‚Minor Tremors‘ der Wiener Postrock-Band Phal:Angst ist hierfür ein herausragendes Exemplar.
Mit eindringlichen Chorälen wird der Dramatik der bedrohlichen Situation Ausdruck verliehen, mit grollendem, düsterem Black-Metal-Gesang die Verzweiflung über die sozialen und politischen Zustände artikuliert, dabei gehen die fulminanten Sound-Skulpturen bei aller thematischen Schwere erstaunlich geschmeidig durch den Äther und animieren bisweilen gar via Trance-Hypnose zum losgelösten Ausklinken. Im Postrock-Genre und den anverwandten Mutationen glänzte im Jahr 2026 bisher nur selten wer mit großen Würfen, auch insofern ist ‚Minor Tremors‘ nicht hoch genug zu loben hinsichtlich komplexer Ideenvielfalt und fundierter Modellierung der opulenten Klangentwürfe.
© Kulturforum, Gerhard Emmer, 27.8.2026



