Die Welt klingt, summt und dröhnt. Absolute Stille gibt es nicht. Immer ist ein Grundrauschen vorhanden, das ganz eigene Klangmuster…
Stille macht nervös und öffnet einen Abgrund, Lärm und Musik zwingen und bringen den Schreibenden zur Konzentration.
Stille gibt es nicht. Ist es ruhig, frage ich mich immer, was ist das, diese Ruhe, die meine Betriebstemperatur absenkt, was will die von mir? Du bist ein nervöses Hemd, sagte meine Mutter mir oft. Das nervöse Hemd braucht keine Besänftigung, es braucht die Aufwallung, Kaffee und Musik, und die Musik ist meine Stille, die das nervöse Hemd ganz bei sich sein lässt, auch und insbesondere beim Arbeiten an einem neuen Roman….
© NZZ, 22.7.2016, Foto: epa
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