Künstliche Intelligenz kann zuhören: Von der Tonhöhenkorrektur bis zum Emotionsmanagement prägt sie zunehmend unseren akustischen Alltag. Jennifer Walshe und Jon…
Von Diedrich Diederichsen. Tony Conrad nahm 2015/16 mit der Komponistin Jennifer Walshe ein Duoalbum mit Drones und Gesang auf. Jetzt ist es erschienen.
Geht los wie bei einem illegal aufgemotzten Föhn. Ist aber kein elektrischer, sondern ein akustischer Sturm. Etwas bläst einem derart krass und heftig – ja, nicht ins Gesicht, aber in die seelischen Eingeweide, dass man ein paar Meter zurücktreten muss. Dann erst, wenn sich die Härchen richtig eingestellt haben, genießt man es:
Die überengagierte Stimme von Jennifer Walshe, das einmalige, durch Mark und Bein schießende und bis ans Ende der Welt vibrierende Geigenkratzen von Tony Conrad. Und ganz langsam entfaltet sich ein Text, ja ein Song: „In The Merry Month of May“ – der Titeltrack dieses Albums braucht für die sieben Wörter, aus denen er besteht, auch ungefähr sieben Minuten.
© TAZ, Kultur, Musik, 28.6.2024
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