Paris in den 1940er-Jahren: Im Schatten der Hakenkreuzfahnen entsteht eine neue Philosophie der Freiheit, des Existenzialismus. Die zentralen Protagonisten Sartre…
Von Paul Schallück, Hans-Ekkehard Bahr, RIAS 1960. „Die höchste Form der Hoffnung ist die überwundene Verzweiflung“ – sagte er über das Leben. Albert Camus (1913-1960) war ein wegweisender französischer Schriftsteller, Philosoph und Literaturnobelpreisträger, dessen Werke den Existenzialismus und die Philosophie des Absurden entscheidend prägten.
Sein Mythos des Sisyphos (1942) fasst seine Philosophie des Absurden zusammen. Sisyphos rollt ewig einen Stein den Berg hinauf, der immer wieder herabrollt. Trotz dieser sinnlosen und endlosen Quälerei findet er Sinn im Kampf selbst und bejaht sein Schicksal.
Camus‘ literarisches Werk kreist zentral um die Bewältigung der Sinnlosigkeit des Daseins und den notwendigen Widerstand gegen Unterdrückung. Inspiriert von seinen algerischen «Sehnsuchtsbildern» – der Welt, dem Schmerz, der Erde, dem Meer – entwickelte er eine Philosophie, die das «Kältetrauma» seiner Herkunft und die «Sonnenglut» seiner Heimat vereint. Seine Arbeit lässt sich grob in Zyklen einteilen: Der erste Zyklus widmet sich dem Absurden, jenem Moment, in dem der menschliche Ruf nach Sinn auf das Schweigen der Welt trifft. Später, geprägt durch den Widerstand gegen die deutschen Besatzer, wandelte sich sein Ton hin zur Revolte und dem Kampf gegen die «braune Pest». Er lehnte den hochmütigen Dogmatismus vieler Pariser Linker ab und propagierte stattdessen eine «Mittelmeerutopie» als humanistischen Ausweg aus den Totalitarismen des 20. Jahrhunderts. Albert Camus starb 1960 bei einem Autounfall.
Albert Camus: Die Sinnsuche im Absurden
Von Paul Schallück, Hans-Ekkehard Bahr
RIAS 1960 und Deutschlandfunk 1966
Vorgestellt von Isabella Kolar
© Deutschlandfunk Kultur, Aus den Archiven, 17.10.2026


