Nachhören

„Die Könige spielen die anderen“ Hörspiel von Gesche Piening

Tief verwurzelte hierarchische Muster prägen sowohl die Chefetage als auch die Mitarbeitenden. Eine differenzierte, nüchterne Arbeitsweltanalyse, die die Rollenzuschreibungen aller Beteiligten minutiös seziert.

Wer kennt sie nicht? Selbstgefällige und zugleich unsichere Vorgesetzte, unaufhörlich arbeitende Beschäftigte und paternalistische Pragmatiker: Trotz offensichtlicher, quälend unbeantworteter Sinnfragen setzen sie unbeirrt ihre Arbeit fort. „Die Könige spielen die anderen“ dringt tief in das Innenleben von Führungskräften und Angestellten ein. Aus der perspektivreichen Charakterstudie erwächst das Bild einer Arbeitswelt, in der Entfremdung allgegenwärtig ist – von sich selbst und von den anderen. Doch keine Zeit für Veränderung: Im Hintergrund knallt auch schon ein Sektkorken, das Zeichen für den Abschluss eines Geschäfts. Die Arbeit muss ja schließlich weitergehen, oder etwa nicht?
„Was ich meinem Chef nie sagen würde: Ich arbeite mich an deiner Art zu existieren ab, bin gleichermaßen fasziniert wie abgestoßen. Du prägst meine Wahrnehmung, bist für mich wie gelungene Ästhetik, schwer zu deuten, fesselnd, verstörend mitunter, rätselhaft und sehr weit von mir entfernt.“



Die Könige spielen die anderen
Von Gesche Piening
Mit: Godehard Giese, Silke Bodenbender, Gisa Flake, Lotte Ohm, Florian Lukas, Stephan Bissmeier, Holger Bülow, Malene Becker, Ole Fischer
Besetzung: Kathi Bonjour und Jutta Kommnick
Regieassistenz: Swantje Reuter
Ton und Technik: Thomas Monnerjahn und Eugenie Kleesattel
Komposition und Klavier: Michael Emanuel Bauer
Musik: Nikolas Neuser (Trompete und Flügelhorn) und Hannes Strobl (E-Bass und Elektronik)
Regie: die Autorin
Dramaturgie: Christine Grimm
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2024

Gesche Piening, 1978 in Hamburg geboren, Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und Dozentin. Ihre Theaterarbeiten sind bundesweit in diversen Theaterhäusern und auf Festivals zu sehen und überschreiten die Grenzen zwischen Theater, Literatur, Bildender Kunst und Hörfunk. Für ihre künstlerische Arbeit wurde sie 2016 mit dem Ödön-von-Horváth-Preis (Förderpreis) ausgezeichnet. Für den Hörfunk mehrere Radiofeatures und Hörspiele, zuletzt: „bin pleite ohne mich“ (BR/Deutschlandfunk Kultur 2021) und „Tod – was soll das?“ (Deutschlandfunk Kultur/BR 2022). „Wes Alltag Antwort gäb“ (BR/Deutschlandfunk Kultur 2023) wurde als Hörspiel des Monats Januar 2023 ausgezeichnet. Zuletzt: „Wie viele Tage hat das Leben?“ (BR/Deutschlandfunk Kultur 2024).

© Deutschlandfunk, Hörspiel, 16.11.2024

(Visited 74 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.