Die Topfpflanze im Noisegewitter oder das 13. „Heroines of Sound Festival“
Von Stephanie Grimm (TAZ). Das „Heroines of Sound Festival“ hat in seiner 13. Ausgabe einen Klangbogen von Francis Bacon bis Brausepulver gespannt. Das meiste ist kurzweilig.
Wann hat endlich die Topfpflanze ihren Auftritt, die inmitten eines Kreises der Musiker:innen des Spółdzielnia Muzyczna Contemporary Ensembles steht? Die meiste Zeit versperrt sie den Blick auf den Cellisten, was schade ist. Doch zum Ende der Performance, als Żaneta Rydzewskas Komposition „eco stories“ zur Aufführung kommt – dem letzten von fünf bemerkenswerten Stücken – spielt die Pflanze endlich mit. Das behaupten zumindest die Credits.
In „eco stories“ geht es um das Anthropozän, um Fragilität und Transformation. Und Pflanzen können ja tatsächlich ultraschallartige Signale aussenden, die mithilfe von Technik in – auch für uns – hörbare Klänge verwandelt werden. Das Stück mäandert zwischen filigranen Sounds und dystopischem Noisegewitter.
© TAZ, Kultur, Musik, 13.7.2026