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Essay: Strukturwandel des Kunstsystems oder die Kunst der Kritik – Von der Neuerfindung ästhetischer Urteilskraft

Von Laura Helena Wurth (DLF). Einst war sie eine Instanz, vom Publikum geliebt, von den Künstlerinnen und Künstlern gehasst: die Kunstkritik. Heute sitzt sie am Katzentisch des Kunstmarkts, sucht nach ihrem Ort in einer ausdifferenzierten Öffentlichkeit.

Die Kunstkritik sei in der Krise, heißt es immer wieder. Zu wenig Geld für Unabhängigkeit, zu wenig Anerkennung für die Leistung, die richtigen Worte für den ästhetischen Eigensinn der Kunst zu finden und dies auch bewerten zu können.  

Dabei muss sie im fragilen System „Kunstwelt“ zwischen Markt und Institutionen in finanziell prekären Zeiten nur wieder ihren Platz finden. Wer schreibt gerade wie über Kunst und auf welcher Tradition und Entwicklung fußt das? Erst wenn das beantwortet ist, kann sich eine neue Kunst der Kritik herausbilden.  

Laura Helena Wurth ist Kunstkritikerin und Autorin. Sie hat Kulturwissenschaft an der Maastricht University in den Niederlanden und der Humboldt Universität zu Berlin studiert. Als freie Autorin arbeitet sie unter anderem für FAZ, NZZ, ZEIT und Deutschlandfunk Kultur. Sie ist Mitherausgeberin des Kunstmagazins „One to(o) many“ und seit Juli 2023 Redakteurin bei Deutschlandfunk Kultur.

© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 14.6.2026

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