Feature: „Ein Land wird abgewickelt“ Eine DDR-Doku in 4 Teilen
Der Traum von der Freiheit und Einheit endete für viele Menschen mit Ernüchterung: Auch 30 Jahre später sind die Spuren der deutschen Wiedervereinigung unübersehbar. In den Ländern und in jeder einzelnen ostdeutschen Lebensgeschichte. Von Gabriele Knetsch
„Wir sind das Volk“, war das Motto der Montagsdemos, doch sehr schnell kamen sich viele DDR-Bürger abermals entmündigt vor. Gerade die Abwicklung der ostdeutschen Wirtschaft durch die überwiegend von westdeutschen Managern geprägte Treuhand sorgte für Verwerfungen. Bis heute stellt sich die Frage: Hätten diese Prozesse nicht auch anders ablaufen können? Langsamer? Sozialer? Gerechter?
„Ein Land wird abgewickelt (1/4): “ Ein Volk schreibt Geschichte
Im Herbst 1989 ist der SED-Staat am Ende. Wie geht es jetzt weiter? Einen Augenblick lang scheint alles möglich: Ein anderes Leben, eine andere Gesellschaft, ein ganz anderer Staat. Doch dieser Moment geht schnell vorbei.
Ein Land wird abgewickelt (2/4): „Von Glücksrittern, Gewinnern und Verlierern„
Die Zerschlagung der DDR-Wirtschaft beginnt schon Anfang 1990. Firmen werden privatisiert, Menschen entlassen. Viele Ostdeutsche wandern ab, während gleichzeitig eine kleine Gruppe Glücksritter aus dem Westen aufbricht, um im Osten Profit zu machen.
Ein Land wird abgewickelt (3/4): „Die Rolle der Treuhand„
Industriebetrieb? Verkauft, für eine Mark! Die Treuhand ist für viele Menschen in Ostdeutschland ein Symbol der Abwicklung. „Verschleudert“ habe man das industrielle Erbe der DDR. Doch Treuhand-Manager sagen bis heute: Es gab keinen anderen Weg.
Ein Land wird abgewickelt (4/4): Rote Barone, Spekulanten, Pleitegeier
Der Mord an Treuhand-Chef Detlev Rohwedder erschüttert im Frühjahr 1991 die Republik. Gleichzeitig geht die Abwicklung weiter. Während manche Industriezweige komplett aufgegeben werden, konsolidiert sich die Landwirtschaft – aus manchem SED-Kader wird auf einmal ein Großgrundbesitzer.
© Bayern 2, September 2020