„Feuerkopf in eigener Sache“ Der Dirigent Bernard Herrmann
Von Sven Ahnert (DLF). Erinnerungen zum 50. Todestag an einen funkenschlagenen Musiker, der nicht selten polarisierte.
Wenn Filmkomponist Bernard Herrmann dirigierte, konnte es schon mal laut werden – nicht nur musikalisch. Bei den Aufnahmen zum Film „Taxi Driver“ feuerte er den Schlagzeuger so an, dass er ihm neue Schlegel versprach, falls die alten zu Bruch gingen. Diese ungebremste Energie war Herrmanns Markenzeichen – als Dirigent, Klangtüftler und Komponist mit dem unverwechselbaren Hitchcock-Touch. In den 1960er-Jahren leitete er neben seiner Filmarbeit in London das Philharmonia Orchester und das London Symphony Orchestra. Dort dirigierte er markante Programme mit selten gespielten Werken von Gustav Holst, Arthur Bliss und Charles Ives – und brachte eigene Kompositionen wie „Moby Dick“ oder „For the Fallen“ aufs Podium. Schon beim CBS Symphony Orchestra formte er in den 1930er-Jahren einen unverwechselbar klaren Orchesterklang. Zum 50. Todestag am 24. Dezember 2025 erinnern wir an einen Musiker, der Funken schlug – und nicht selten polarisierte.
© Deutschlandfunk, Historische Aufnahmen, 25.12.2025