Der New Yorker Geigenvirtuose Mark Feldman solo. Ein Porträt des Künstlers jetzt. 26 Jahre nach seiner ersten Solo-CD folgt hier…
Natürlich gibt es im Jazz einige Geiger, die zur Legende geworden sind. In der Regel haben sie sich in einem relativ klar abgegrenzten idiomatischen Bereich bewegt, in den Ausläufern des Hot Club de France etwa oder in den Einflusszonen des Blues oder haben sich mit elaborierten Techniken in Sphären des Rockjazz herumgetrieben.
Mark Feldman ist seit je in anderen Regionen unterwegs. Er hat in einigen der nachhaltigsten Formationen der improvisierenden New Yorker Avantgarde mitgearbeitet, er ist vertraut mit allem, was die E-Avantgarde der letzten Jahrzehnte an Klangerzeugungs- und Spieltechniken sowie an kompositorischen Umgangsweisen damit entwickelt hat. Und er ist in diesem – von Abstraktionen umstellten – Umfeld immer ein kreativer und spontaner Improvisator geblieben. „Sounding Point“ ist gleichwohl erst sein zweites Solo-Album; das erste erschien vor gut einem Vierteljahrhundert bei John Zorns Label Tzadik….
… Insofern ist „Sounding Point“ nicht nur eine Art Meilenstein für die neuere Klang-Geschichte der Geige, sondern auch ein großes Hörvergnügen für alle, die beim Hören nicht nur analysieren, sondern gern auch staunen.
© Frankfurter Rundschau, Kultur, 15.4.2021



