Open Sounds: Postkoloniale Klangwelten
Jenseits der drängenden Fragen nach dem Klimaschutz, ist auch eine menschliche Katastrophe mit der Abholzung des Regenwaldes vebunden. Der Klangkünstler Robin Minard hat im Bundesstaat Mato Grosso du Sul die Klänge des Regendwaldes eingefangen.
Im dichten Grün des Unterholzes und im Kanu auf den Wassern des Rio Negro durchstreifte Robin Minard das brasilianische Amazonien. Auch bei Protestkundgebungen der UreinwohnerInnen im Betondschungel der Hauptstadt Brasília war er stets mit einem Arsenal an Mikrofonen ausgestattet. Die daraus entstandene Radiokomposition verbindet komplexe Klanglandschaften aus der Natur mit traditionellen Gesängen und Geschichten der UreinwohnerInnen. Gleichzeitig dokumentiert sie gegenwärtige Erfahrungen wie Umweltzerstörung und offene Gewalt gegenüber der indigenen Bevölkerung von Seiten regierungsnaher Unternehmen.
Kayapó
Der weinende Häuptling Raoni
von Robin Minard
Dlf Kultur/WDR 2019
Love and Rage
von Israel Martínez
Produktion: Deutschlandfunk Kultur/CTM/ORF 2019
Die mexikanische Gesellschaft ist von großen politischen Spannungen geprägt. Drogenkriminalität, Korruption und die Unterdrückung von Minderheiten schüren viel Wut in der Bevölkerung. Gleichzeitig betreiben Aktivisten, Wissenschaftler, Journalisten und Künstler ein zähes Ringen um präzise Analysen jenseits der Polarisierung. Der Klangkünstler Israel Martínez verbindet Zitate aus politischen Schlüsseltexten der letzten Jahre mit musikalischen Improvisationen zu einem eindringlichen Hörstück. Israel Martínez, 1979 in Guadalajara, Mexiko geboren, ist ein freischaffender elektronischer Musiker, Laptop-Performer, Klangkünstler und multidisziplinärer Künstler.
Goodness is only some kind of reflection upon evil
von Cadu Tenorio
Der Brasilianer Cadu Tenorio erschafft mit „Goodness is only some reflection upon evil“ hintersinnige Klangkunst.
© WDR 3, Open Sounds, 13.7.2019