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Prestomusic Musiktipp: Makhathini Nduduzo – The Myth We Choose / Blue Note

Von Maddy Allison. In den letzten zehn Jahren hat sich Makhathini zu einer der prägenden Stimmen des zeitgenössischen Spiritual Jazz entwickelt und eine musikalische Sprache geschaffen, die ausdrucksstarke Improvisation mit den Philosophien und Traditionen seines Zulu-Erbes verbindet.

Alben wie „Modes of Communication: Letters from the Underworlds“ und „uNomkhubulwane“ haben seinen Ruf als außergewöhnlicher Pianist und tiefgründiger Komponist gefestigt und ihm Vergleiche mit den Vorreitern des Spiritual Jazz wie John Coltrane, Pharoah Sanders und McCoy Tyner eingebracht. „The Myth We Choose“ setzt diese künstlerische Reise fort, vertieft viele der Themen, die sein Werk geprägt haben, und ist in einer intimen Trio-Besetzung konzipiert.

„The Myth We Choose“ ist eine klare Fortsetzung von Nduduzo Makhathinis fortwährendem Bestreben, über das reine Musizieren hinauszugehen, wobei das Hauptanliegen darin besteht, eine direkte Spiritualität zu vermitteln. Zwischen dynamischem Triospiel und umfassenderen kollaborativen Kompositionen bewegt, liegt der Fokus stets auf Kommunikation und kollektivem Ausdruck.

„The Myth We Choose“ ist Musik, die sowohl zum Nachdenken als auch zum Fühlen anregt. Sie schafft einen Raum, in dem Improvisation, Tradition und ein zeitgenössischer Produktionsansatz eine Reihe unverwechselbarer und hypnotischer Klangwelten formen und eine Verbindung zu etwas herstellen, das größer und umfassender ist als wir selbst.

Makhathini greift Themen wie Erbe und generationsübergreifende Verbundenheit auf und macht dieses Album über die Musik hinaus zu einer ganz persönlichen Angelegenheit. Auf der Platte ist die Ehefrau des Pianisten und seine langjährige Mitstreiterin, die Sängerin Omagugu Makhathini, zu hören, während die Produktion des Albums zum Teil seinem achtzehnjährigen Sohn Thingo zu verdanken ist. Zu den weiteren an dem Projekt beteiligten Musikern gehören die Trio-Mitglieder, der Bassist Dalisu Ndlazi und der Schlagzeuger Lukmil Perez, sowie Gastmusiker wie Black Coffee, Shabaka Hutchings, Thando Zide und Muneyi.

Der Opener „Kuzodlula“ stellt den Gasttrompeter Robin Fassie vor, der mit sanften, stimmungsvollen Legato-Linien und einem droneartigen Bass im Hintergrund beginnt. Makhathinis intimer, vom Gospel geprägter Gesang tritt in den Vordergrund, durchsetzt mit leichten Klavierzwischenspielen. Die Textur des Stücks verdichtet sich allmählich, wobei Fassies lyrische Trompete vor dem Hintergrund mehrstimmiger Gesangspassagen, die einen Chor imitieren, an Dynamik gewinnt und sich die Klavierbegleitung in einen volleren und fließenderen Klang verwandelt.

Der nachfolgende Titel „Imvunge KaNtu“ beschwört eine völlig andere Klangwelt herauf, behält jedoch seinen spirituellen Kern bei und dient als Hommage an das Zulu-Königreich. Mit unregelmäßigen Rhythmen und ungeraden Melodielinien wirkt Makhathinis Gesang hier fast wie ein Gesang, bevor er einem kantigen Klaviersolo Platz macht, das ein hammerartiges Motiv aufweist, das im gesamten Stück immer wiederkehrt. Weit entfernt von der Lyrik, die sich durch einen Großteil des Albums zieht, ist dieser Titel ein echtes Statement von Makhathini als Komponist.

Bei Titeln wie „Kwamabili“ und „Unembeza“ steht ein balladenartiger Charakter im Vordergrund, und das Trio kann in der Tiefe seines gemeinsamen Zusammenspiels glänzen. „Liyoze Line Nangakithi“ rückt das Talent des Flötisten Shabaka in den Mittelpunkt, der den Zuhörer zusammen mit Makhathinis warmem Klavierspiel und einigen elektronischen Effekten in einen tranceartigen Zustand versetzt, wobei die beiden in einem wirbelnden und improvisierten Dialog miteinander tanzen.

„What People Say“ erscheint zweimal auf der Platte, einmal zu Beginn und ein zweites Mal als Reprise, bei der Omagugu Makhathinis Gesang im Vordergrund steht. Beide Titel bringen ihre Stimme mit hallenden und elektronischen Effekten zur Geltung, die den Eindruck erwecken, als würde sich ihre Stimme über eine riesige Weite ausbreiten, und ihr Vortrag ist offen und völlig ungehemmt.

In der Reprise hingegen unterscheidet sich der abschließende Abschnitt erheblich und zeichnet sich durch einen Drum-and-Bass-Beat aus, über den das Klavier und die verzerrten Gesangspassagen weiter schweben. © Texte: Maddy Allison

The Myth We Choose – Nduduzo Makhathini

© Prestomusic, Recording of the Week, 3.7.2026

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