Profil [62]: Teresa Rampazzi
Die italienische Musikerin und spätere Komponistin Teresa Rampazzi war Mitbegründerin von „Nuove Proposte Sonore“ – einer der bedeutendsten Formationen für elektronische Musik in Italien in den sechziger Jahren. Obwohl ihre Arbeiten national viel Aufsehen erregten, blieben das Kollektiv, wie auch seine im Jahr 2001 verstorbene Hauptakteurin bis vor kurzem international weitgehend unbekannt.
Mit Reinhold Friedl
Teresa Rampazzi stammte aus Verona. Schon während ihres Klavierstudiums entwickelte sich eine enge Freundschaft mit dem später berühmten Komponisten und Dirigenten Bruno Maderna. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges besuchte sie mehrmals die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt, wo sie die musikalisch-philosophischen Ideen Luigi Nonos begeistert aufnehmen konnte. Am tiefsten beeindruckten sie jedoch die Einführungskurse von Herbert Eimert, in denen sie elektronische Musik von Karlheinz Stockhausen und Pierre Schaeffer hören konnte. Später, in Padua, gründete sie mit dem Designer und Architekten die Gruppe „Nuove Proposte Sonore“, mit der sich beide der elektronischen Klangerzeugung verschrieben.
Mit Ausschnitten u.a. aus:
Teresa Rampazzi
Imagini per Diana Baylon (1972)
Environ (1970)
Musica endoscopica (1972)
With the light pen (1976)
Bartók-Trio
Adagio aus dem Kammerkonzert (Fassung für Klaviertrio)
Nuove Proposte Sonore
Funzione 4 (1966)
Modulo 4 (1967)
Interferenze 2 (1968)
Filtro 1 (1971)
Hardlag II (1972)
Besonderer Dank gilt dem Kulturinstitut der Università degli Studi di Padova, das das künstlerische Erbe von Teresa Rampazzi pflegt und der breiten Öffentlichkeit zugänglich macht.
© WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik, 27,5,2017