Von Benjamin Moldenhauer (TAZ). Die Musikerin Soap & Skin covert Songs von Sufjan Stevens, Shirley Bassey, David Bowie und The Doors.…
Von Hilka Dirks (TAZ). Durch die eigene Vergangenheit – und Zukunft: Im Rahmen des „Love is a verb“-Festivals im Berliner HAU spielte Musikerin Soap&Skin eines ihrer selten gewordenen Konzerte.
Im Hintergrund ersticht eine Frau mit wehenden Haaren stumm einen Drachen, gemalt auf einem fragmentierte Hintergrundbanner, als Anja Plaschg alias Soap&Skin und ihre Schwester, die begleitende Musikerin Evelyn Plaschg, die Bühne betreten. Ansonsten passiert erst mal nichts, das Publikum im ausgebuchten Saal des Berliner HAU 1 am Dienstagabend scheint ehrfürchtig eingefroren, in den ersten Reihen verströmt ein Strauß rosa Lilien seinen süßlichen Gruftgeruch.
Dann setzt Soap&Skin sich ans Klavier, beginnt eins ihrer selten gewordenen Konzerte und holt scheinbar sofort eine Art dunklen Geist ihrer US-amerikanischen Kollegin Cat Power in den Saal. Eine Assoziation, die Plaschg schon seit Anfang ihrer Karriere begleitet. 2009 war es, da war sie gerade mal 19 Jahre alt, als sie ihr erstes Album „Lovetune for Vacuum“ veröffentlichte und damit sofort wochenlang an der Spitze der österreichischen Charts abhing. Plaschg sieht an dem Abend so jung aus, es fällt schwer zu verstehen, dass sich nun schon das zwanzigjährige Bühnenjubiläum der Musikerin jährt.
© TAZ, Kultur, Musik, 8.10.2026


