„Schuld, Sühne, Soundfiles“ Moor Mothers neue Platte
„The Great Bailout“ heißt das neue Album der US-Musikerin Moor Mother. Es handelt von britischer Kolonialgeschichte und ihrer Verstrickung in Sklavenhandel. Von Maxi Broecking.
Was ist euch wichtig, „About what do you give a shit?“ fragte die US-Künstlerin Camae Ayewa unter dem Namen Moor Mother zu Beginn ihres „Tiny Desk“-Konzerts beim Radiosender NPR am 19. Februar, als sie Auszüge ihres neuen Albums „The Great Bailout“ vorstellte. Entstanden war das Material 2020. Während der Covid-Pandemie, an ihrem heimischen Computer, hatte sie befreundete Künstler*innen gebeten, ihr Soundfiles zu schicken, die sie mit ihrer eigenen Stimme und Musik montierte.
Entstanden ist ein Gesamtkunstwerk aus Noise, Elektronik, Jazz und Gospel; eine Klangcollage als Reaktion auf die kolonialen Verbrechen Großbritanniens und dessen Umgang mit seiner Sklavereigeschichte. Konzipiert als ein langes Gedicht, als afrofuturistische Ballade über Schuld und Sühne.
© TAZ, Kultur, 26.3.2024