Elektronische Klänge sind heute Alltag. Luc Ferrari (1929–2005), der die Entwicklung dorthin miterlebte, ließ wiederum die Klänge des Alltags in…
Am 26. Mai vor 65 Jahren wurden in Köln einer erstaunten Öffentlichkeit erstmals die ersten Elaborate des Studios für Elektronische Musik vorgeführt – während einer Tagung bei dem „Neuen Musikfest 1953“. Die Gründung des Studios war da schon vollzogen.
Mit Björn Gottstein
„Wenn die angeschnittenen Fragen in diesem Jahr nicht in Deutschland zu einer Realisierung führen, werden sie uns im nächsten Jahr von den USA vorgelegt werden.“ Mit dieser forschen und durchaus verwegenen Drohung forderten Werner Meyer-Eppler und Herbert Eimert vom Intendanten des nwdr die Gründung eines Studios für elektronische Musik. Das Schreiben wurde am 18. Oktober 1951 aufgesetzt; noch am selben Abend wurde im Nachtprogramm des Senders eine Gesprächsrunde ausgestrahlt, in der Komponisten, Wissenschaftler und Techniker die Möglichkeiten der elektronischen Musik nicht nur besprachen, sondern anhand einiger Klänge sogar schon vorführten. Noch am nächsten Tag, am 19. Oktober 1951 also, erinnerte Eimert sich später, habe er grünes Licht erhalten für das weltweit erste Studio für elektronische Musik.
Zum Jubiläum erinnern wir an die Gründung des Studios und die Anfänge der elektronischen Musik in Köln, u. a. mit historischen Originaltönen und Gesprächsauszügen von Herbert Eimert, Werner Meyer-Eppler, Heinz Schütz, Karlheinz Stockhausen, Gottfried Michael Koenig, Henri Pousseur und Volker Müller.
Heinz Schütz Morgenröte (1952)
Elektronische Musik
Herbert Eimert & Robert Beyer Klang im unbegrenzten Raum (1952)
Elektronische Musik
Herbert Eimert Klangstudie I (1952)
Elektronische Musik
Herbert Eimert & Robert Beyer Klangstudie II (1952)
Elektronische Musik
19. Oktober 1954: Das erste Tonbandkonzert
Am 19. Oktober 1954 fand im kleinen Sendesaal des NWDR in Köln ein denkwürdiges Konzert statt, denn das Podium gehörte Lautsprechern. Erstmals gab es ein Programm mit vollkommen synthetischer Musik. Das scheuchte die Hörer ebenso auf wie die Presse. Welchen Eindruck diese Musik zu ihrer Zeit machte, lässt sich den Kritiken zu diesem Historischen Konzert ablauschen.
Karlheinz Stockhausen Studie II
Herbert Eimert Glockenspiel
Karel Goeyvaerts Komposition Nr. 5 und 7
Henri Pousseur Seismogramme
Paul Gredinger Formanten I und II
Karlheinz Stockhausen Studie I
Herbert Eimert Etüde über Tongemische
dazu:
Marietta Morawska-Büngeler
Verbalisierte Ratlosigkeit – Elektronische Musik in der Kritik
© WDR 3, Studio Elektronische Musik, 26.5.2018

[…] Themen – Zusammenhang von Phonetik und NM, die Anfänge der elektronischen Musik im Phonetisches Labor – Lange Tradition der Avantgarde in Musik und Wissenschaft – «Kölner Linguisten können an eine lange Tradition anknüpfen. Bereits in den siebziger Jahren hatte der damalige Leiter der Kölner Phonetik, Professor Dr. Georg Heike, mit Karlheinz Stockhausen zusammengearbeitet. Beide waren Schüler des Bonner Wegbereiters der Elektronischen Musik Werner Meyer-Eppler. 2012 griff ein Workshop unter internationaler Besetzung das Thema wieder auf. Inspiration genug für Adli und seine Kollegin, die Phonetikerin PD Dr. Doris Mücke, nun anlässlich des siebzigsten Geburtstags des Komponisten Klarenz Barlow ein Symposium zu organisieren. Barlow, inzwischen Professor im kalifornischen Santa Barbara, ist Köln seit langem verbunden. Er studierte Ende der sechziger Jahre Komposition und elektronische Musik an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln, unter anderem bei Bernd Alois Zimmermann und Karlheinz Stockhausen. In seinen Werken, wie zum Beispiel „Im Januar am Nil“ beschäftigt er sich intensiv mit dem Wechselspiel zwischen Musik und Sprache». zit n. Kölner Universitätsmagazin, 24.11.2016 – „Wenn die angeschnittenen Fragen in diesem Jahr nicht in Deutschland zu einer Realisierung führen, werden sie uns im nächsten Jahr von den USA vorgelegt werden.“ Mit dieser forschen und durchaus verwegenen Drohung forderten Werner Meyer-Eppler und Herbert Eimert vom Intendanten des NWR die Gründung eines Studios für elektronische Musik. Das Schreiben wurde am 18. Oktober 1951 aufgesetzt; noch am selben Abend wurde im Nachtprogramm des Senders eine Gesprächsrunde ausgestrahlt, in der Komponisten, Wissenschaftler und Techniker die Möglichkeiten der elektronischen Musik nicht nur besprachen, sondern anhand einiger Klänge sogar schon vorführten. Noch am nächsten Tag, am 19. Oktober 1951 also, erinnerte Eimert sich später, habe er grünes Licht erhalten für das weltweit erste Studio für elektronische Musik.» (zit. n. Studio Elektronische Musik „Gründungsmythen“ / 19. Oktober 1954: Das erste Tonbandkonz… […]
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