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Studio Neue Musik: Sounding Beuys

Mit seinen Ideen einer „Sozialen Skulptur“ oder eines „erweiterten Kunstbegriffs“ bewegte Joseph Beuys im Kunstbetrieb der Nachkriegszeit Welten. Geistesverwandte fand der Mann mit Hut und Anglerweste vor allem in der Musik.

Filz und Fett, Hase und Honig – Joseph Beuys beschränkte sich nicht auf die gängigen Materialien eines Bildhauers und Malers. Alltägliches Material diente ihm, die Grenzen zwischen Kunst und Leben niederzureißen. Kunst sollte die Gesellschaft verändern – und „jeder Mensch ist ein Künstler“, so sein Postulat.
Bei John Cage traf er auf einen Musikbegriff, der seiner eigenen Kunstvision entsprach. Was die beiden zudem verband: Ihre Bewunderung des Komponisten Erik Satie, der bereits Ende des 19. Jahrhunderts für die Synthese der Künste und die Verschmelzung von Kunst und Alltag warb.

Die Fluxus-Bewegung öffnete Beuys die Tür zu einer Kunst, die sich weg von reinen Objekten hin zu Aktionen entwickelte. Henning Christiansen sowie Cage-Schüler Nam June Paik, die Fluxus in Deutschland mitprägten, wurden für Beuys zu wichtigen Partnern – und Klang und Musik zu selbstverständlichen Bestandteilen seiner Kunst.
Spuren, die Beuys wiederum in der Musikwelt hinterlassen hat, reichen weit über seinen Tod hinaus und tauchen bei Komponisten wie Dieter Schnebel, Richard Rijnvos und Matthias Pintscher auf.



Mit Auschnitten aus folgenden Werken:

Erik Satie
Vexations(1893) für Klavier

John Cage
Music Walk for one or more pianists, at a single piano, using also radio and/or recordings (1958)

Nam June Paik
Hommage à Cage (1958/59)

Joseph Beuys/Henning Christiansen
Celtic(Kinloch Rannoch) Schottische Symphonie (1970)

Joseph Beuys/Nam June Paik
Coyote III/ Pianovariation (1984)

Dieter Schnebel
Bagatelle Nr. 6 Trauermarsch für Joseph Beuys (1986)
MarianneSchroeder – Klavier 

Richard Rijnvos
Block Beuys(1995-2000) für Ensemble und Zuspielungen
Ives Ensemble

Matthias Pintscher
dernier espace avec introspecteur(1996)Betrachtung einer Raumplastik von Joseph Beuys für Akkordeon und Violoncello
Teodoro Anzellotti, Rohan de Saram

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