Der Freiburger Bassist Dieter Ilg gehört zu den virtuosen kreativen Tieftönern in Jazz-Europa. In den Bands von Albert Mangelsdorff und…
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
Der Flötist Dietmar Wiesner und die Energie des Neuen. Von Hannah Bernitt
Conlon Nancarrow – Study No. 7
Ensemble Modern
Leitung: Franck Ollu
Helmut Lachenmann – „temA“ (Auszug)
Linda Hirst, Sopran
Dietmar Wiesner, Flöte
Sabine Pfeiffer, Violoncello
Heiner Goebbels – „Toccata for Teapot & Piccolo“ aus: „Schwarz auf Weiß“ – Eine szenische Komposition
Ensemble Modern
Leitung: Heiner Goebbels
Emmanuel Nunes – „Aura“ (Auszug)
Dietmar Wiesner, Flöte
Mark-Anthony Turnage – „Five Views of a Mouth“ (Auszug)
Dietmar Wiesner, Flöte
BBC Scottish Symphony Orchestra
Leitung: Ilan Volkov
Brigitta Muntendorf – „Daisy, Daisy“ aus: „Melencolia“
Ensemble Modern
Ltg: Ingo Metzmacher
Cathy Milliken – IV aus: „Round Robin“
Dietmar Wiesner, Flöte
01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Rock
Moderation: Christoph Reimann
Was ist Rockmusik im Jahr 2026? Die irische Band Fontaines D.C. entdeckt auf ihrem neuen Album „Dopamine Chamber“ den Synthesizer für sich. Die US-amerikanischen Shoegazer von DIIV lassen ihre neue Platte vom Hyperpop-Produzenten A. G. Cook produzieren. Cameron Winter, Sänger der New Yorker Band Geese, tritt auf seinem neuen Livealbum als Crooner am Klavier auf. Und die britische Popmusikerin Charli XCX hat in diesem Jahr behauptet, Rockmusik zu machen – ohne dass ihre Musik besonders danach klingt. Vier sehr unterschiedliche Antworten auf die Frage, was Rock heute ausmacht. Und ob sich das Genre überhaupt noch eindeutig bestimmen lässt.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
„Woven Strings“ & mehr Musik grenzenlos
Als Bassist schätzt Achim Seifert ausgefeilte Rhythmik. Noch zentraler sei aber, sagt er, seine Stücke als Songs zu sehen, als geschlossene Einheiten, und sich auf deren Essenz zu konzentrieren.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
Heiligkreuzkirche, Berlin
Henry Purcell – „Remember not, Lord, our Offences“
Heinrich Schütz – „Unser Wandel ist im Himmel“, aus: „Geistliche Chormusik“
Herbert Howells – „Take Him, Earth, for Cherishing“
Johann Hermann Schein – „Die mit Tränen säen“, aus: „Israelsbrünnlein“
Felix Mendelssohn Bartholdy – „Warum toben die Heiden“ (Psalm 2) op. 78 Nr. 1
William Harris – „Faire is the Heaven“
Sven-David Sandström „In paradisum“
Heinrich Schütz – „Selig sind die Toten“, aus: „Geistliche Chormusik“
Teilnehmende der Schola des Rundfunkchores Berlin
Rundfunkchor Berlin
Leitung: Nico Köhs
20:03 Uhr SWR Kultur / HR2 Kaisers Klänge
„Geschüttelt, nicht gerührt!“ – Musik für Geheimagenten
Mit Niels Kaiser
21:00 Uhr SWR Kultur / HR2 JetztMusik
İlhan Mimaroğlu 100 – „Sing Me a Song of Songmy“ Der türkische Komponist İlhan Mimaroğlu (1926 – 2012)
Von Stefan Fricke
Als der im März 1926 in Istanbul geborene İlhan Mimaroğlu in den Sechzigern nach New York geht, weiß er nicht, dass er für immer bleiben wird. Hier realisiert er imposante Lautsprecher-Stücke (auch gegen den Vietnam-Krieg), agiert als visionärer Plattenproduzent und entdeckt die Klangbruitismen von Jean Dubuffet, schreibt darüber und zu anderen Musik-Themen (darunter die ersten türkischen Bücher zur Elektronischen und zur Neuen Musik sowie zum zeitgenössischen Jazz). Auch versorgt er seine Heimat von Big Apple aus mit Radiosendungen, schickt die Vorabaufnahmen per Luftpost zu TRT nach Ankara.
21:05 Uhr Deutschlandfunk JazzFacts
Fragebogen – Gast: Dieter Ilg
Am Mikrofon: Thomas Loewner
Vielseitig, virtuos, international gefragt: Bassist Dieter Ilg zählt seit rund 40 Jahren zur Weltspitze.
Seit er 1986 mit einem Stipendium in New York studiert hat, entwickelte sich der Freiburger Musiker zu einem begehrten Sideman. Aber auch als Leader eigener Projekte hat er immer wieder seine Kreativität unter Beweis gestellt. Sein Studium beendete Dieter Ilg nach kurzer Zeit vorzeitig, er wollte lieber praktische Erfahrungen sammeln. Gelegenheit dazu gab es genug, er spielte in den USA u.a. in der Band von Randy Brecker. Wieder zurück in Europa war Ilg ebenfalls im Dauereinsatz, Kollegen wie Marc Copland, Nils Landgren oder Till Brönner schätzen sein kraftvolles und melodie-orientiertes Spiel. Für breite Aufmerksamkeit sorgt Dieter Ilg regelmäßig mit seinen eigenen Projekten, darunter die Bearbeitungen deutscher Volkslieder oder die seit längerem andauernde Beschäftigung mit Komponisten von Bach über Beethoven bis Ravel gemeinsam mit seinem Trio.
22:00 Uhr radio3 / NDR Kultur Jazz
„Noblesse oblige“ Die Sängerin und Komponistin Fernanda von Sachsen
Am Mikrofon: Henry Altmann
Jazzer adelten den Trompeter „King“ Oliver einst zum König, den Pianisten Edward Kennedy Ellington zum „Duke“ (Herzog) und „Count“ Basie immerhin noch zum Grafen. Die Jazz-Mäzenatin Pannonica de Koenigswaerter erhielt den Titel „Baroness“. Fernanda von Sachsen trägt als Ur-Ur-Enkelin des letzten sächsischen Königs von Haus aus den Namen „Prinzessin von Sachsen Gessaphe“, ist aber auch im Jazz gerade auf gutem Weg zur „Princess“. 2020 begann sie ein Gesangstudium an der Münchner Musikhochschule, kam schnell ins Landesjugendjazz-Orchester Bayern und erhielt ein Stipendium für das New Yorker Voices Vocal Camp. Dazu kamen 2025 der Bayerische Kunstförderpreis und ein Stipendium der Yehudi Menuhin Live Music Now-Stiftung. Aktuell absolviert die Tochter einer Opernsängerin ein Masterstudium in Hamburg. Ihre Stimme ist klar, fast schon kernig, klassisch unterfüttert und von großem Umfang. Vor allem aber reicht sie inhaltlich weit über das „Boy Meets Girl“-Klischee altbekannter Jazz Standards hinaus. Die auch als Schauspielerin Tätige fügt eine gute Portion Bühnendramatik dazu, arbeitet gern mit Streichern, erinnerte – noblesse oblige – mit eigenen Arrangements an von den Nazis vertriebene deutsch-jüdische Komponisten. Da gibt es also einiges zu hören und zu erzählen vom Jazz aus adligem Haus.
22:03 Uhr SWR Kultur / HR2 Jazz and More
Jazz and More. Von Martin Kersten
Jens Düppe Quartett, Gregor Schwellenbach: Time Place Action | Michael Wollny: Eine Winterreise | Gretchen Parlato: The Wise Ones | Welten: Embrace | Hannes Zerbe Jazz Orchester Berlin: Heiner Müller tanzt mit Jimi Hendrix Polka
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Freispiel
„Kurzstrecke 172“ Feature, Hörspiel, Klangkunst – Die Sendung für Hörstücke aus der freien Szene
Moderation: Johann Mittmann und Ingo Kottkamp
Autor:innen/Deutschlandfunk 2026
Neue Hörkunst aus der freien Szene. Heute unter anderem mit einem Stück, das dem legendären Synthesizer-Designer Rob Hordijk gewidmet ist.
In der aktuellen Ausgabe der Kurzstrecke:
Bühne Unser – Von Silas Degen
Der Zauberwald – Von Stefan Fabry
Stardust (4RH) – Von Richard Scott
23:03 Uhr Bayern 2, Bremen Zwei und MDR Kultur Nachtmix
Die Musik von Morgen
Mit neuen Platten von unter anderen Clinic, Sampa The Great, Jens Friebe und Queens Of Tehe Stone Age. Mit Michael Bartle
Wie jeden Donnerstag um die Uhrzeit: wir hören rein in die neuen Alben der Pop-Woche, die am Freitag in die Portale und (hoffentlich) in die Läden gehen. Am Freitag, den 29. Oktober sind das Schwergewichte wie die neue Platte der Queens Of The Stone Age, Nouvelle Vague, die Depeche Mode (ver-)covern, die tolle Neue von Clinic, Ulla Suspekt aus Nürnberg, Jens Friebe, Get Well Soon oder Sampa The Great, die ihren Namens-Zusatz nicht zu Unrecht trägt.
23:03 Uhr BR Klassik – Horizonte
„Musik als körperliche Erfahrung“ Ein Porträt der Komponistin Clara Iannotta. Von Robert Jungwirth
Clara Iannotta gehört zu jener Kategorie von Komponistinnen, für die die Frage, wie ein Klang entsteht und wie er wahrgenommen wird, wichtiger ist als die traditionelle Trennung von Ton und Geräusch, Musik und Nicht-Musik. 1983 in Rom geboren, begann Iannotta zunächst als Flötistin, bevor sie in Mailand, Paris und am IRCAM Komposition studierte und an der Harvard University bei Chaya Czernowin promovierte. Diese Verbindung von praktischer Instrumentalerfahrung, elektronischer Klangforschung und einer stark experimentell ausgerichteten Kompositionsausbildung prägt ihre Musik. Ihren Arbeitsprozess beschreibt sie so: Zunächst entstehe in ihrer Vorstellung ein Klang, der noch keinem bestimmten Instrument zugeordnet ist; erst danach suche sie nach Mitteln, diesen Klang hervorzubringen – durch Spieltechniken, Präparationen, Elektronik oder auch eigens hinzugefügte Gegenstände.
Clara Iannottas Werke wurden von wichtigen Orchestern und Festivals aufgeführt, darunter die musica viva des BR, die im vergangenen Jahr Iannottas Klavierkonzert „The purple fuchsia bled upon the ground“ mit Pierre-Laurent Aimard als Solist uraufgeführt hat. Am 30. Oktober steht eine weitere Uraufführung bei der musica viva auf dem Programm: Iannottas Konzert für Violine, Orchester und Elektronik („sand like gold-leaf in smithereens“) mit Carolin Widmann als Solistin und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Franck Ollu.

