Dirigent Pietari Inkinen : „Wir sollten uns nicht nur nach Umfragen richten“ Von Clemens Haustein
„Wenn eine Institution, ein Orchester oder ein Rundfunksender, ihre Rolle nicht wahrnimmt als Educator und nur eine Umfrage macht, was das Publikum hören möchte: Wie soll es dann besser werden?“
Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ zu dirigieren, sei wie ein Marathonlauf, sagt Pietari Inkinen. Er macht sich gerade mit dem Bayreuther Festspielhaus vertraut. Aber auch als Chef der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern hat er ehrgeizige Pläne.
Der finnische Dirigent Pietari Inkinen debütiert in diesem Jahr bei den Bayreuther Festspielen mit Richard Wagners „Walküre“, zu der es eine Installation von Hermann Nitsch geben wird. Inkinen hatte 2020 den gesamten „Ring des Nibelungen“ leiten sollen. Die Inszenierung von Valentin Schwarz wurde auf 2022 verschoben. Einstudiert wird aber alles schon jetzt. Zwischen den Proben fand der Dirigent Zeit, mit uns zu sprechen. F.A.Z.
Wie ist es, in Bayreuth zu arbeiten?
Nachdem die Festspiele im vergangenen Jahr wegen Corona abgesagt werden mussten und lange unklar war, wie sie in diesem Jahr stattfinden würden, ist eigentlich jeder Probentag ein Geschenk. Aber die Arbeit ist auch anstrengend. Wir bereiten jetzt den kompletten „Ring“ fürs nächste Jahr vor, und für die „Walküre“ in diesem Jahr muss ich auch ein Back-up-Orchester vorbereiten.
Ein zweites Orchester?
Falls jemand aus der Hauptbesetzung positiv getestet werden sollte, wird das Ersatzensemble einspringen.
© FAZ, Feuilleton, Bühne und Konzert, 20.7.2021