Filmtipp: „Squaring the Circle“ von Anton Corbijn
Mit Covern für Pink Floyd, Led Zeppelin und Paul McCartney hat die Design-Agentur Hipgnosis Popgeschichte geschrieben. Nun huldigt ihnen Anton Corbijn mit einem Dokumentarfilm. Von Christian Schröder.
Die Kuh war eine Provokation. Mit prall gefülltem Euter steht sie auf einer Weide und blickt über die Schulter in die Kamera. Als der Manager der Plattenfirma das Foto von Lulubelle III. – so hieß die Kuh – sah, stand er kurz vor einem Herzinfarkt: weil auf dem Cover des 1970 herausgekommenen Albums „Atom Heart Mother“ von Pink Floyd nur das Tier zu sehen sein sollte, nicht aber Bandname und Titel.
Die Kuh hat Popgeschichte geschrieben, so wie viele andere Plattenhüllen der britischen Grafik-Design-Agentur Hipgnosis auch, der Anton Corbijn nun den huldigenden Dokumentarfilm „Squaring the Circle“ widmet. Der Name war programmatisch zu verstehen, als Fusion zweier Sphären. „Hip“ signalisierte Coolness, das mystisch-religiöse „Gnosis“ stand für Weisheit. Die Hipgnosis-Gründer Storm Thorgerson und Aubrey „Po“ Powell gehörten in Cambridge zum Umfeld von Pink Floyd und wurden unzertrennlich, nachdem sie 1964 eine illegale Party überstanden hatten, die mit einer Polizei-Razzia endete.
„Squaring the Circle“: Anton Corbijns Doku über die Cover-Kunst von Hipgnosis. Von Oliver Schwesig.
© Der Tagesspiegel, 13.3.2024 // Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 14.3.2024