Free Jazz Collective: Ballister + Luke Stewart – Clocking the Wheel /Aerophonic Records
Von Martin Schray. Als ihr neuestes Album Smash and Grab erschien, habe ich frech behauptet, Ballister sei vielleicht die beste Band der Welt. An dieser Aussage halte ich nach wie vor fest, und was könnte für Dave Rempis und sein Label Aerophonic passender sein, als ihre 50. physische Veröffentlichung mit einer neuen Aufnahme dieser Band zu feiern?
Die einzige Frage, die sich im Vorfeld möglicherweise stellte, war: Wie lässt sich das Ganze zu etwas Besonderem machen? Die Antwort war relativ einfach: Man holt sich ein echtes Kraftpaket ins Boot, um dem Ganzen noch mehr Schwung zu verleihen. Und was könnte natürlicher sein, als dafür einen Bassisten einzuladen? Luke Stewart (bekannt von Irreversible Entanglements) war praktisch die naheliegende Wahl. Das bedeutet jedoch auch, dass die Erwartungen an eine solche Aufnahme unglaublich hoch sind.
Insgesamt zeigt „Sauce for the Goose“, dass das Ballister-Projekt noch viel Potenzial birgt. Stewarts Präsenz entlockt den anderen drei Mitgliedern noch mehr Energie und lässt neue Klangkombinationen (hier und da kommt der Einsatz von Elektronik zum Tragen, und insbesondere Dave Rempis erfindet sich geradezu neu) sowie neue Dynamiken entstehen. Nach zwölf Alben sind Ballister noch lange nicht ausgereizt; die Band hat noch einiges zu bieten. Für mich sind sie nach wie vor die beste Band der Welt – zumindest, was frei improvisierte Musik angeht.
© Free Jazz Collective, Alle Texte: Martin Schray, 7.7.2026