Free Jazz Collective Musiktipp: [Amed] – Play Monk / Otoroku
Von Ferruccio Martinotti. Es war nur eine Frage der Zeit. In der Kosmologie unserer Musik stand eines fest: Die Bahnen von Thelonious Monk und [Ahmed] mussten sich zwangsläufig überschneiden, nachdem sie sich bereits im Namen von Ahmed Abdul-Malik gekreuzt hatten, Monks Bassist in seinem Quartett der späten 1950er Jahre, der auf den Alben Thelonious in Action und Misterioso aus dem Jahr 1958 sowie auf dem 2005 wiederentdeckten Album mit John Coltrane in der Carnegie Hall zu hören ist.
Pat Thomas (Klavier), Seymour Wright (Altsaxophon), Joel Grip (Kontrabass) und Antonin Gerbal (Schlagzeug) „machen Musik über (Anmerkung: Beachten Sie dieses ‚über‘, denn es ist der Schlüssel zu fast allem) Ahmed Abdul-Malik; sie graben die heute übersehenen Dokumente und fragmentarischen Entwürfe seiner synthetischen Vision aus der Mitte des 20. Jahrhunderts aus, besetzen sie neu und nutzen sie auf neue Weise, um eine neue Jazz-Vorstellung für das 21. Jahrhundert zu schaffen.
Es ist allzu leicht vorherzusagen, dass dieses Album in unseren Top-Ten-Listen zum Jahresende keine Gefangenen machen wird, aber es ist sogar wirklich schwer vorstellbar, welche anderen Alben ihm das Wasser reichen können. Wir möchten mit den Worten des großartigen Luke Stewart schließen, der sicherlich weitaus mehr Ansehen genießt als wir, wenn er seine Gedanken zu Abdul-Malik und [Amed] zum Ausdruck bringt: „Die Reise der Selbstfindung, im Einklang mit dem ewigen Klang. Ein Musiker, der in vielfältige Welten eingetaucht ist; durch Ozeane getrennt und doch eng verbunden durch das Gedächtnis der Vorfahren.
Musiker wie Abdul-Malik konnten die globale Gemeinschaft der Klangkrieger erleben und sich von alten Kulturen inspirieren lassen, um ihre persönliche Suche voranzutreiben. Die Verbindung wurde deutlich: Die Musik Afrikas würde die Afrikaner in Amerika zweifellos beeinflussen – trotz der Gräueltaten der „Middle Passage“, der Leibeigenschaft und der anhaltenden rassistischen Gewalt, die darauf abzielte, jegliche Verbindung zum Kontinent zu kappen. Das Schöne an Maliks Erkundung ist diese originelle Verschmelzung der neuen Musik (Jazz) der Afrikaner in Amerika mit der alten Musik Afrikas. Es ist ein leuchtendes Beispiel für kulturelle Zusammenarbeit, bei der die Musik für sich selbst erstrahlen darf. Dies ist die Inspiration, die in dieser Zusammenarbeit, in der der Rhythmus die Grundlage des Klangs bildet, erschlossen und erforscht wird. Genau wie Malik lässt [Ahmed] den Geist des Kollektivs den Klang vorantreiben, während sich die Musik zu einem erhabenen Chaos entwickelt. „Joy Be Upon Us!“
© Free Jazz Collective, Alle Texte: Ferruccio Martinotti, 8.7.2026