Radiotipps für den 2.11.2026

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.

01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Klassik

Moderation: Haino Rindler
Wunderkind, Superstar am Klavier. Solche Bezeichnungen lehnt Jan Lisiecki ab, obwohl sie sicher ihre Berechtigung hätten. Er gilt als Ausnahmetalent, dessen Spiel wegen seiner Reife, Transparenz und emotionalen Tiefe von der Kritik gefeiert wird. In der Tonart spricht der Künstler über seine Liebe zur Musik Mendelssohns, aber auch über seinen Umgang mit den sozialen Medien, die für die Vermarktung angeblich so unabdingbar sind.


19:00 Uhr HR 2 Hörbar

Orchestra Baobab: Made in Senegal & mehr Musik grenzenlos


19:30 Uhr Ö1 On Stage

Erinnerungen an das Liberation Music Orchestra
Bassist Stéphane Kerecki und sein Quartett mit „Liberation Songs“ bei den INNtönen 2026

Mit dem Programm „Liberation Songs“ hat sich der französische Bassist Stéphane Kerecki des Repertoires von Charlie Hadens berühmtem, 1969 gegründetem Liberation Music Orchestra angenommen. Dieses wurde alle paar Jahre zusammengerufen, immer dann, wenn aus Sicht des Kontrabassisten die politische Lage in den USA es erforderte – etwa 2005 für das Album „Not in Our Name“, als Statement gegen den Irak-Krieg. Nach Hadens Tod 2014 führte Carla Bley das Orchester noch für einige Jahre weiter.


19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature

Das Ende der Ochsentour? Wie man heute in der Politik Karriere macht. Von Ralph Gerstenberg
Früher begannen politische Karrieren oft am Infostand, im Ortsverein oder in der Jugendorganisation einer Partei. Doch das klassische System der politischen Rekrutierung in Deutschland – die sogenannte „Ochsentour“ – stößt zunehmend an seine Grenzen. Oft existieren auf kommunaler Ebene keine Parteistrukturen mehr, und in Zeiten von Social Media sind auch andere Politikertypen gefragt als brave Parteisoldaten, die sich geduldig durch die Gremien nach oben arbeiten. So betreten immer häufiger politische Quereinsteiger die Bühne oder Menschen, die über Kampagnen im Netz oder Bürgerbewegungen bekannt geworden sind. Verändert sich gerade, wer in Deutschland Politik macht?


20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur In Concert

Lucerna Music Bar, Prag
The Tiger Lillies:

Martyn Jacques, Akkordeon, Gesang, Klavier, Gitarre, Ukulele
Adrian Stout, Bass, Maultrommel, Theremin
Budi Butenop, Schlagzeug
Aufzeichnung vom 04.05.2026
Tiger Lillies sind ein britisches Avantgarde- Trio um den Sänger und Akkordeon-Spieler Martyn Jaques. In ihren Songs verbinden sie groteske Geschichten mit Chanson, Punk, Cabaret und Klezmer. Ihre absurden, oft morbiden Bühneninszenierungen sind ebenso legendär wie Jaques‘ prägnante Falsett-Stimme.
Bei In Concert erleben sie die Tiger Lillies bei einem Konzert in der Lucerna Music Bar in Prag – ein Abend zwischen Vaudeville, Abgrund und schwarzem Humor.


20:03 Uhr ARD Konzert

Kirill Petrenko dirigiert Brahms und Strauss
Berliner Philharmoniker; Víkingur Ólafsson (Klavier)
Leitung: Kirill Petrenko
Johannes Brahms: Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15
Richard Strauss: „Also sprach Zarathustra“ op. 30
(Konzert vom 2. Oktober 2026 in der Philharmonie, Berlin)


21:00 Uhr ByteFM Was ist Musik mit Klaus Walter

Was ist afrofraktale Musik?
Shabazz Palaces, das HipHop & Irgendwie-Projekt von Ishmael Butler, war mir immer ein Rätsel. Shabazz Palaces-Platten kamen vom Planeten „Musik, die ich verstehe, langweilt mich – Musik, die mich interessiert, verstehe ich nicht.“ Meiner Kollegin Diviam Hoffmann geht es ähnlich. Sie schreibt: „Ich krieg Shabazz Palaces immer nicht so recht gegriffen, aber das hier klingt interessant. Aus der ByteFM Album-der-Woche-Rezension:
„Doch auf It’s A Style Sport´, dem achten Album von Shabazz Palaces, wählt Butler zum ersten Mal seit dem Debüt Black Up´ einen neuen Ansatz. Einen afrofraktalen, um genau zu sein. Hier geht es, im Vergleich zum Afrofuturismus, um mehr als nur das, was noch kommt. Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart, alles passiert gleichzeitig. Der afrofraktal arbeitende US-Künstler Char Jeré beschreibt, dass dadurch die Zukunft weniger zu einem Ziel, sondern zu einem Ritual wird´. Etwas, das konstant passiert und unmittelbar mit dem Gestern und dem Jetzt verknotet ist. Und was bedeutet das für die Musik von Butler? Dass sie auf It’s A Style Sport´ so greifbar klingt wie seit Digable-Planets-Zeiten nicht mehr.“
Also heute in Was ist Musik der Versuch, afrofraktale Musik zu greifen. Und Creole Culture, noch so ein hybrides Geschöpf. Und der Titel des neuen Albums von Dawn Richard aus, ja, New Orleans. Von dort, aus dem Kreolischen, kommt auch Leyla McCalla, über die Gary Flanell in „These Girls Forever! – Ikonen feministischer Musikgeschichte“ geschrieben hat, herausgegegben von Juliane Streich, erschienen bei Ventil. Also heute in Was ist Musik auch noch der Versuch, Creole Culture zu greifen, mit Gary Flanell.


21:00 Uhr Ö1 Blaue Stunde

„Wie bleiben wir geerdet, während alles schneller wird?“
Magazinsendung mit dem Station Rose Jingle 2026 und einer neuen Folge von Sam Auingers Miniaturensammlung „Denken mit den Ohren“.

Das Blaue Stunde Magazin bietet eine Radio-Uraufführung des Station Rose Jingles 2026 – in langjähriger Tradition reflektiert das Künstler Duo Station Rose im Jingle unsere mediale Gegenwart. Am 27. November laden Station Rose im Rahmen von Wien Modern zur Party Modern. Außerdem: Sam Auinger klärt in der 25. Folge seiner Reihe „Denken mit den Ohren“ über Ohrensausen auf, auch Tinnitus genannt.


21:05 Uhr Deutschlandfunk Musik-Panorama

Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal
Joseph Woelfl: „Das schöne Milchmädchen oder Der Guckkasten“
Operette in einem Aufzug (Wien 1797)

Anna Herbst, Sopran
Elena Harsányi, Sopran
Christoph Seidl, Bass
Sarah Rölli, Mezzosopran
Thomas Bonni, Bariton
Leon Wepner, Tenor
John Heuzenroeder, Bariton
Johannes Hill, Bass
Kölner Akademie
Leitung: Michael Alexander Willens
Aufnahme vom Juni 2025
Am Mikrofon: Bernd Heyder
Mit reichlich Gesellschaftskritik: eine Wiederentdeckung aus dem Wiener Singspiel-Repertoire zwischen Mozart und Schubert.
Als wegweisender virtuoser Klavierkomponist an der Wende von der Klassik zur Romantik ist Joseph Woelfl in die Musikgeschichte eingegangen – jenes Wunderkind aus Salzburg, das nach erfolgreichen Jahren in Wien und Paris schließlich auch zu den führenden Persönlichkeiten des Londoner Konzertlebens zählte. Michael Alexander Willens und seine Kölner Akademie stellen jetzt einmal den brillanten Musikdramatiker Woelfl vor. In seiner Operette „Das schöne Milchmädchen“ von 1797 reiht er sich mit lockerer Feder in die Wiener Singspiel-Tradition zwischen Mozart und Schubert ein. Die neue CD-Aufnahme garantiert mit ihrem bestens aufgelegten vokalen Soloensemble pures Hörvergnügen in dieser gesellschaftskritischen Komödie, die zur Lieblingsoper von Kaiser Franz II. avancierte.


22:03 Uhr ARD Jazz Spotlight

Das Danaergeschenk des Jazz – Swingende Nazi-Propaganda. Von Henry Altmann
Das NS-Regime nutze US-Swing für Propaganda und gründete dafür 1940 sogar eine Band, „Charlie and His Orchestra“: Eine Bigband, bestehend aus verfolgten und versklavten Menschen spielte als „entartet“ gebrandmarkte Feind-Musik. Was die Deutschen hören wollten, aber nicht hören sollten, bekamen die Alliierten per UKW frei Haus: Von einer deutschen Bigband gespielte US-Jazzhits unterfüttert mit propagandistisch geänderten Texten.
Dies bizarre Konstrukt hat Rainer E. Lotz aufgearbeitet und einen opulenten Schuber mit 162 Jazz-Propagandasongs, aufgenommen zwischen 1936 und 43, herausgebracht.


23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde

Johann Peter Hebel – Ein Dichter klingt nach (1/5)
Mit Antonie von Schönfeld


23:03 Uhr Bayern 2, Bremen Zwei und MDR Kultur Nachtmix

Warme Grooves für kalte Zeiten: Neues von Gabriels, Dendemann, Nina Simone und anderen. Mit Ralf Summer
Überraschung: Gabriels – eine der hochdotierten Neo-Soul-Bands der letzten Zeit – und ihr stimmgewaltiger Sänger gehen getrennte Wege. Nach dem weltweiten Erfolg des kalifornischen Trios will Jacob Lusk neue Pfade betreten, teilt das verbliebene Duo mit. Und holen sich für ihre neue EP ausschließlich weibliche Stimmen ans Mikro. Soulful auch: Goya Gumbani und Gotts Street Park (beide London), Fine (Dänemark), Andy Stott (der Tech-Dubber überraschend mit Vocal-Tracks, die Richtung TripHop gehen), Nina Simone, deren Remix-Compilation zum Teil mit blassen Versionendaher kommt. Außerdem: Roman Flügel, St. Panther und Rapper Dendemann – sein Mixtape „Doch“ war vor Kurzem bei uns Album der Woche: Er sampelt unter anderen Udo Lindenberg und die Einstürzenden Neubauten. Von Neo-Soul über HipHop und TripHop zu House und zurück – lauter warme, beseelte Aufnahmen erwarten uns in dieser November-Nacht.


23:03 Uhr WDR 3 Open

Yiddish Glory: The Silenced Songs of WW2. Mit Babette Michel
Lange Zeit verloren geglaubte jiddische Lieder aus der Zeit des Holocaust finden sich auf dem preisgekrönten Album „Yiddish Glory: The Silenced Songs of World War II“.


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