Satoko Fujii und Natsuki Tamura hatte ich zum ersten mal Live in Jazzclub Glauchau gehört.Immer wieder wollte ich hier eine…
Von Gerhard Emmer. Der Komponist und Musiker Johnny Bell aus New Mexico setzt sich musikalisch seit über zwei Jahrzehnten mit den Möglichkeiten seines Banjo-Spiels auseinander.
Früher im solistischen Instrumental-Klang der reinen Folk-Lehre zugange oder von der Combo The Visitors mit Bass und Blues/Jazz-Trompete begleitet, experimentierte Bell erstmals auf seinem 2024er-Album ‚Field Trips‘ mit in freier Wildbahn eingefangenen Naturaufnahmen seiner Heimat im nördlichen New Mexico, in den Chiricahua Mountains in Arizona und der Pazifik-Küste Kaliforniens, dazu verwob er digitale Electronica-Loops und Akustik-Abstraktionen mit seinen Banjo-Flows und schuf so eine Balance zwischen musikalischer Komposition und unkontrollierten Umwelt-Geräuschen.
Auf seinem aktuellen Album ‚Mountain States‘ dominiert die Resonanz der Banjo-Soli, der Clawhammer-Drive und die repetitiven Figuren die dezent begleitenden Töne der unterschwelligen Ambient-Drones aus dem klanglichen Hintergrund – kompakte Experimental-Geflechte als Fundament für das Driften des Saitenspiels, generiert aus Shruti-Box-Leiern, Fiddle-Tunes, Synthie-Gefunkel und E-Gitarren-Dissonanz. Sieben berauschende Instrumental-Nummern, im Spannungsfeld zwischen der anrührenden Erhabenheit uralter Bluegrass-Klassiker, der ernsthaften Dringlichkeit des Wovenhand/16HP-Schamanen David Eugene Edwards und gefangennehmender Desert- und Trance-Magie.
© Kulturforum, 5.5.2026
