R.I.P. Peter Brötzmann … weitere Nachrufe …
Es schreiben u.a. Wolfgang Sandner, Gregor Dotzauer, Christoph Wagner und es ein Gespräch mit Labelbetreiber Siggi Loch, der Brötzmanns späte Aufnahmen veröffentlicht hat.
„Der sanfte Wüterich“ Von Wolfgang Sandner
Er kam als Quereinsteiger zum Jazz, legte die Axt an diesen und ließ neue Klänge sprießen, die er selbst als ungesetzlichen Krach bezeichnete. Dabei war Peter Brötzmann ein großer Künstler. Ein Nachruf.
Er war der lauteste, aggressivste, ätzendste, rücksichtsloseste, radikalste, avantgardistischste Jazzmusiker auf dem Kontinent. Was er machte, war – wie man es dem Titel einer Aufnahme von 1976, an der er mitwirkte, entnehmen kann: „Ungesetzlicher Krach“. Bei Auftritten befand er sich immer im Ausnahmezustand. Die Schallplatte, mit der er erstmals die Öffentlichkeit schockierte, trug den Titel: „Machine Gun“. Da wurde Musik aus allen Rohren gefeuert.
© FAZ, Feuilleton, 24.6.2023
„Frei im Spiel, frei im Denken“
Sein Furor war unübertroffen: Peter Brötzmann war ein Pionier des deutschen Freejazz. Nun ist er mit 82 Jahren gestorben. Ein Nachruf von Gregor Dotzauer.
Sie nannten ihn Ekstaseveteran, Free-Jazz-Kaputnik, Improvisationsextremist, Lärmvandale oder Rohrreiniger vom Dienst. Mehr Spitznamen als Peter Brötzmann hat ganz sicher kein anderer deutscher Jazzmusiker bekommen.
Doch keines dieser Etiketten wurde dem Furor gerecht, mit dem er sich den Weg freigeblasen hat zu den archaischeren Schichten der Musik. Mit seinen Spalt- und Splitterklängen sprengte Brötzmann jedes interesselose Wohlgefallen. Radikaler als er hat kein anderer mit den Traditionen und Konventionen des Jazz gebrochen.
© Der Tagesspiegel, 24.6.2023
Grenzen der Improvisation: Zum Tod von Peter Brötzmann
Als frei improvisierender Berserker avancierte Peter Brötzmann zu einem der berühmtesten deutschen Jazzmusiker weltweit. Am Donnerstag ist er im Alter von 82 Jahren verstorben. Von Christoph Wagner.
Er war ein deutscher Free Jazzer mit internationaler Reputation. Wo immer der Saxofonist Peter Brötzmann als furioser Improvisator auftrat, um Kraft und Lautstärke in den Dienst emotionaler Grenzerfahrungen zu stellen, waren die Säle voll. Der Wuppertaler galt als Berserker, der musikalische Barrieren niederriss und die freie, atonale Improvisation auf die Spitze trieb.
© NZZ, 24.6.2023
Zum Tod des Free-Jazzers Peter Brötzmann: Energie am Saxophon
Ein Gespräch mit Labelbetreiber Siggi Loch, der Brötzmanns späte Aufnahmen veröffentlicht hat.
© Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 23.6.2023