Terry Riley wird 90 „Regenbogen in gekrümmter Luft“
Von Max Nyffeler (FAZ). Er hat den Jazz beflügelt, den Rock inspiriert und wurde zum Gründervater der Minimal Music: Heute wird der Komponist und Elektronikpionier Terry Riley 90 Jahre alt.
In Europa begegnete man ihm zunächst mit Skepsis, war er doch ein Repräsentant der neuartigen Minimal Music aus Amerika, die sich ab 1970 neben der etablierten Avantgarde auszubreiten begann. Das Etikett „minimal“ – es wurde auch seinen fast gleichaltrigen Kollegen Steve Reich, La Monte Young oder Phil Glass angeheftet – trifft bei Terry Riley jedoch nur teilweise zu.
Geboren 1935 in der Kleinstadt Colfax im kalifornischen Hinterland, von der außer einem berüchtigten Postkutschenüberfall im 19. Jahrhundert nichts Bemerkenswertes berichtet wird, zog es ihn früh in die Zentren an der Westküste, wo Europa weit entfernt ist und asiatische Musik schon seit Längerem das Interesse der Komponisten geweckt hatte. Auch Riley verfiel ihrer Faszination. Nachdem er 1961 in Berkeley sein Kompositionsstudium abgeschlossen hatte, reiste er nach Indien und lernte das Spiel auf der Handtrommel Tabla und der Laute Tanpura.
© FAZ, Kultur, Musik, 24.6.2025