Als Joachim Kühn am 15. März 1944 in Leipzig als Sohn einer Mutter mit jüdischen Wurzeln und eines Zirkusakrobaten mit Auftrittsverbot, zur Welt kommt,…
In „Mein Falke“ zeigen Beate Langmaack und Dominik Graf, wie poetisch ein Fernsehfilm sein kann, mit der Geschichte einer Frau, für die sich alles ändert. Das ist meisterhaft in Szene gesetzt. Von Heike Hupertz (FAZ).
Inga Ehrenberg (Anne Ratte-Polle) ist eine Kapazität auf dem Gebiet der forensischen Biologie. Für sie haben Tote eine besondere Nützlichkeit, sie sind Nährboden der tierischen Reproduktion. Das neue Leben, das sich auf Ehrenbergs Leichenfotos ereignet und das sie in den Besprechungen im Wolfsburger Institut für Pathologie zum Staunen der Kollegen präsentiert, ist beispielsweise grünschillernd. Poetisch anzusehen wie die Goldfliege mit ihrer leuchtenden Färbung, von der Ehrenberg schwärmt. Um menschliche Verfallsbetrachtung geht es gerade nicht in „Mein Falke“, der zweiten Zusammenarbeit der Drehbuchautorin Beate Langmaack und des Regisseurs Dominik Graf.
© FAZ, Feuilleton, 13.12.2023