UKJazzNews Musiktipp: Lakecia Benjamin – We Dream / Artwork Records
Von Haydon Spenceley. Das sechste Album der sechsmal für den Grammy nominierten Saxophonistin Lakecia Benjamin wird als bandorientiertes Projekt mit einer hochkarätigen Besetzung angepriesen. Das ist es zweifellos und das hält es auch, was es verspricht.
Die Band besteht aus den Pianisten Oscar Pérez und Miki Hayama, dem Bassisten Elias Bailey sowie den Neuzugängen, dem Trompeter Sean Jones und dem Schlagzeuger Jonathan Barber, doch die Besetzung mit herausragenden Gästen aus verschiedenen Musikgenres – Terence Blanchard, Christian Scott Atunde, Chief Adjuah, Chris Potter, Hiromi, Jeff „Tain“ Watts, Tarriona „Tank“ Ball“, Bilal und Kassa Overall – ist in der Tat beeindruckend. Und im Mittelpunkt dieser herausragenden Aufnahme stehen das Saxophon – und auch die Energie – von Benjamin. So sollte es auch sein. Sie genießt einen wohlverdienten und stetig wachsenden Ruf als aufstrebende Kraft, der sich durch mehrere exzellente Projekte gefestigt hat und hier weiter ausgebaut wird.
Erfreulicherweise basiert dieses Album auf Songs. Songs, die grooven. Songs mit einprägsamen Hooks. Songs, die wunderschön eingefangen und abgemischt sind. Was sich zunächst wie ein dichter Hörerlebnis anfühlt, wenn das Spoken Word des Openers „First Light“ kämpferisch in den Vordergrund tritt, wird bald durch den eindringlichen und spektakulären Groove des Doppelschlags aus „Beyond the Dream“ und dem treibenden „My Only“ abgelöst. Letzteres ist besonders hardboppig, da Klavier und Rhythmusgruppe die Grundlage legen, auf der Benjamin und die Trompete von Sean Jones ein fesselndes Duell austragen.
„Right Now“ lädt Bilal und Kassa Overall zu starken Beiträgen ein, während das Album vor dem abschließenden „New World“ wieder in den Hip-Hop-Bereich zurückkehrt. Dieser Track rückt zu Recht die Kernbesetzung des Albums und Benjamins gefühlvolle Saxophonmelodien in den Mittelpunkt und rundet eines der ausgereiftesten Alben des Jahres ab. „We Dream“ ist ein Album, das Konzentration verlangt und belohnt und Zeit braucht, um es vollständig zu erfassen.
Es ist bereits seit einigen Monaten erschienen, und erst jetzt fühle ich mich wirklich in der Lage, darauf einzugehen – es gibt so viel zu entdecken und zu genießen. Mit jedem Anhören offenbaren sich neue Facetten, Ebenen und Nuancen.
Es ist Lakecia Benjamins bisher stärkstes Album.
© UKJazznews, 3.8.2026