„Frei sein und verstrickt“ Eine Ordnung für die Welt von Yannic Han Biao Federer

Mit vielen Stimmen, Geschichten und Lektüren denkt der junge Philosoph Yannic Han Biao Federer über das Buch „Alles unter dem Himmel“ des Autors Zhao Tingyang nach.  Ist das von dem …

„Ich köpf jeden der das ließt!“ – Sechs Fragen an das Tagebuch von Andrea Roedig

Das Tagebuch ist eine unangenehme Textgattung. Peinlich ist sie allein schon wegen all der Pein, die in ihr steckt. Hunderte, Tausende, Zehntausende Seiten an Gejammer, Gezeter, Gewüte, an Selbstmitleid, Rechtfertigung …

Glitzernde Wildnis – Wie ich dem Ruf der Meerjungfrauen folgte

Die Meerjungfrau ist eine Figur, die in der Lage ist, Gegensätze aufzulösen. Sie lädt dazu ein, überkommene Kategorien und Bewertungsmaßstäbe beiseitezulegen. Von Lisa Krusche. Eine Seinsform, die vor Herrschaftsstrukturen flieht …

Wohin der Vater ging oder Die Schönheit des Nichts von Navid Kermani

Der geliebte Vater ist gestorben und wird beerdigt. Der zärtliche Text des Sohnes ist verwoben mit den Beschreibungen der Nahtoderfahrungen von Peter Nadas und der Religionen. „Was ist seit jeher …

Von der Behebung des Kreises oder Wie man sich davonkommt (vielleicht) von Gloria Freitag

Ein sprachlich, inhaltlich und formal ungewöhnlicher Essay über den „Fall Achille Mbembe“. Über eine Diskussion, in der es um den vermeintlichen Antisemitismus eines afrikanischen Intellektuellen ging, der als Redner von …

„Asymmetrien“ eine Standortbestimmung Essay von Dominika Hirschler

Dominika Hirschler denkt über das prekäre Leben als freie Musikerin nach, insbesondere über das Leben ohne den relativen Komfort, in dem festangestellte Musiker an staatlich finanzierten Häusern die Pandemie überwintern konnten Aufgespannt zwischen …

„Anstiftung zur Landsuche“ Essay von Nina Omilian

Ein Essay als Reiseführer für Glücksuchende. Die gewillt sind, Geborgenheit in der Weite zu finden. Vielleicht – dem Beispiel der Autorin folgend – zwischen befreiten Legehennen in der ländlichen Weite …

„Das richtig schlechte Gefühl“ Essay von Pascal Richmann

Pascal Richmann ist wieder unterwegs auf seinen postmodernen „sentimental journeys“. Wir begleiten ihn nach Bamberg, der Stadt, die aus Brauereien erbaut wurde. „Ich sehe Männer, die Rauchbier stürzen, Männer, die …

„Universale Stille und kosmischer Klang“ Ein Essay von Ariane Huml

Der Klang der Welt ist so alt wie der Mensch, der ihn hörte oder schuf. Gleichzeitig prägt er unsere Vorstellungen bis hinein in fantastische Welten. Schon früh gab es die …

Essay und Diskurs: „Das Zeitalter der Clowns“ Politik als Manege

Die Clowns kapern die Politik und die Politiker agieren wie Clowns. Wir leben in einer Ära der politischen Clownerie, meint der Autor Torsten Körner: Aus der Downing Street sei längst …

Nebensachen – oder Warum der Mangel an ästhetischem Bewusstsein unsere Demokratie gefährdet

Musik nur eine Nebensache? In der Musik schien für eine ganze Weile alles klar: Es gab die Hauptsache (die Noten, die Töne) und alles mögliche Andere drumherum. Aber stimmt das …

Als geschähe es zum ersten Mal – Filme der 70er Jahre von Andrea Roedig

„In den 70er-Jahren wurden die Bilder aufdringlich“, schreibt die Filmwissenschaftlerin Claudia Lenssen, und auffällig ist, wie viele Filmklassiker aus genau diesem Jahrzehnt stammen, „Im Reich der Sinne“, „Apocalypse Now“, „Der …

„Wer braucht Musik?“ Über die Tonkunst in Krisenzeiten – eine Ernüchterung Von Werner Klüppelholz

Weit über einhunderttausend Veranstaltungen sind coronabedingt ausgefallen und was allmählich wieder stattfindet, leidet unter einer Beschränkung: bei der Zahl der Mitwirkenden, der Hörer*innen, der zeitlichen Dauer oder der Perfektion des …

„Gerecht Sprechen“ Über die Lust auf Gendersternchen, neue Pronomen und Co. Von Sabine Rohlf

Anne Will tut es, die Dudenredaktion ist nicht abgeneigt, aus „meine Damen und Herren“ wird „liebes Publikum“, immer öfter hören wir diese kleine, charakteristische Pause mitten im Wort: Das Gendern, …

„Überwältigungsbewältigung“ Mein Corona-Jahr zwischen Hausarrest und Hygienedemo Von Christian Schüle

Was wird vom Corona-Virus bleiben, was eingehen ins kollektive Gedächtnis? Welche Leitmotive hat das Virus auf die Agenda gesetzt, welche Transformationsprozesse beschleunigt? Neun Monate lang ging Christian Schüle schwanger mit …

Tonight’s the Night – Mit Neil Young leben und sterben Von Navid Kermani

In seinem 2003 erschienenen „Buch der von Neil Young Getöteten“ dreht Navid Kermani Neil Young und Ibn-el-Arabi, islamischen Sufismus und Adorno, Lyrics und Koran durch den Fleischwolf seiner Intelligenz. Ein …

Scham und Virtuosität – Schämen (2/3) Von Reiner Niehoff und Sven Rücker

Im gleichen Maße, in dem das Schämen durch Selbstzermürbung und -regulierung ein Gewaltverhältnis begründet, erzeugt es auch Empathie, Einfühlung in Andere – ganz egal, ob ich mich vor Anderen oder …

„Über das menschliche Zeitverständnis und seine Überwindung“ Denken über tausend Generationen

Das menschliche Zeitverständnis ist begrenzt. Wer kann sich Zeiträume von 10.000 Jahren und mehr vorstellen? Frank Herbert ließ in seinen „Wüstenplanet”-Romanen die Mensch­heit den nächsten Schritt tun. Er erfindet den …

Vladimir Jankélévitch — Wiederentdeckung eines musikliebenden Philosophen Von Barbara Kiem

Vladimir Jankélévitch (1903 – 1985) entstammte einer jüdischen Familie, die aus Odessa nach Frankreich emigriert war. Jankélévitch Philosophiestudium orientierte sich vor allem an Henri Bergson.   1951 wurde er auf den …

Essay: „Terra X antwortet nicht“ Über die unerträglichen Musik bei Naturdokumentationen

Es gibt hervorragende Tier-, Natur- und Georeportagen in den öffentlich-rechtlichen Sendern. Aber warum muss jede Landschaft mit aufgedonnerten Streichertapeten zugekleistert, jede Spannungslücke mit psychagogischen Klangmodulen gefüllt und jedes Beute schlagende …

Essay: „Sag, wer Du bist: Ich-Auskunft“ Eine historische Recherche Von Valentin Groebner Mit Montaigne, Pynchon, dem Nabelfernsehen und Bob Dylan

Die Person wird in den 1980er-Jahren zur dominierenden Erscheinungsform der Ware. Ständig sagen alle Ich. Meinen Sie sich? Oder eine Erfindung ihrer selbst? Braucht es die wie auch immer „wahre“ …

NZZ Essay: „Die Gewalt der Töne“ Musik übt unmittelbar Macht über unsere Gefühle und Empfindungen aus und vermag die Rationalität auszuschalten.

«Dirigenten sind verkappte Diktatoren, die sich glücklicherweise mit der Musik begnügen.» Der Ausspruch wird dem grossen deutsch-rumänischen Dirigenten Sergiu Celibidache zugeschrieben und ist in Wirklichkeit viel weniger kokett, als er …